Noch kein Nachfolger für verstorbenen Swisscom-Chef

Die Swisscom hat noch keinen neuen Konzernchef. Sie will bis Ende Jahr bestimmen, wer auf den verstorbenen Carsten Schloter folgt. Umsatz und Gewinn des Telekom-Anbieters sind unterdessen weiter gesunken.

Nach dem Tod von Konzernleiter Carsten Schloter sieht Interimschef Urs Schaeppi keine Notwendigkeit für einen Kurswechsel: «Ich möchte keine spezifischen Akzente setzen.» Die Swisscom habe Pläne und eine Strategie, die aufgegleist seien und stimmten. «Deshalb gibt es nicht etwas, was wir substantiell ändern müssten.»

Der Tod von Carsten Schloter vor zwei Wochen sei für alle ein Schock gewesen. Jetzt bestehe die grosse Herausforderung darin, den Swisscom-Mitarbeitern Zuversicht zu geben, dass das Geschäft positiv weiterentwickelt werde. Es gehe jetzt darum, die Angestellten motiviert zu halten.

Neuer Chef muss zur Swisscom-Kultur passen

Im Business sei die Herausforderung, die guten Absatzzahlen aufrecht zu erhalten. Im Fokus stünden Vermarktung und Kundenservice, die zentral seien. Er selber setze sich voll für die Funktion als Interimschef ein, sagte Schaeppi. «Ich habe eine Vielzahl von neuen Aufgaben. Aber da habe ich Kollegen und ein erfahrenes Managementteam, die mich gut unterstützen. Somit werden wir das schaffen.»

Der Verwaltungsrat kläre jetzt mit einem Nominationsausschuss, wie er die Nachfolge regeln wolle. Ein Entscheid werde bis Ende Jahr fallen. Die Kriterienliste kenne er nicht, sagte Schaeppi. Der Verwaltungsrat werde aber schauen, dass jemand Konzernchef werde, der zur Swisscom und ihrer Kultur passe.

Betriebsergebnis weiter rückläufig

Im Swisscom-Geschäft ging im ersten Halbjahr die Talfahrt weiter: Der Umsatz schrumpft leicht um 0,4 Prozent auf 5,6 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen sank um 5,5 Prozent auf 2,1 Milliarden. Unter dem Strich verdiente die Swisscom 819 Millionen Franken. Das sind 9,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Grund für den Einbruch seien der Wettbewerb in der Schweiz und die Senkung der Roamingpreise. Alleine der Rückgang der Roamingpreise habe mit 90 Millionen Franken zu Buche geschlagen. Der weitere Preisverfall führte zu Einbussen von 200 Millionen. Zudem seien die Kosten für die Gewinnung von Kunden gestiegen, hiess es.

Damit hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde in etwa erfüllt. Bei Umsatz und Gewinn lagen sie sogar höher. «Unser Abschluss ist solide, wir sind auf Kurs», lässt sich Interims-Konzernchef Schaeppi im Communiqué zitieren. «Trotz anhaltendem Konkurrenz- und Preisdruck sind wir zuversichtlich für das zweite Halbjahr.»

Wachstum durch Innovation

Ungeachtet der aktuellen Zahlen rechnet Urs Schäppi mit zweistelligen Wachstumsraten. Im Bereich TV und Mobile sei der Telekom-Riese durchaus auf Kurs.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Swisscom büsst an Umsatz und Gewinn ein

    Aus Tagesschau vom 7.8.2013

    Der Gewinn des Schweizer Telekom-Anbieters sank im ersten halben Jahr um 9.7 Prozent. Vor allem tiefere Preise setzten dem Geschäft zu. Interims-Chef Urs Schäppi ist gefordert.