Novartis schliesst Forschungsstandort in Schlieren

Der Basler Pharmariese folgt einer neuen Forschungsstrategie und gibt den Standort Schlieren auf. 73 Arbeitsplätze verschwinden. Gleichzeitig sollen in Basel bis 25 neue Stellen geschaffen werden. Die Gewerkschaften bezeichnen das als «schwachen Trost».

Das Firmenlogo von Novartis.

Bildlegende: Novartis macht seinen Standort in Schlieren dicht. Keystone

Der Pharmakonzern Novartis schliesst seinen Standort in Schlieren ZH. 73 Arbeitsplätze verschwinden. Grund ist die neue Forschungsstrategie, die eine Konzentration der biotherapeutischen Forschung in zwei Kompetenzzentren in Basel und Cambridge (USA) vorsieht.

In Basel und Cambridge gebe es bereits eine kritische Masse an Expertisen im Biologikabereich, sagte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte eine Meldung von «Blick.ch». Die Pläne unterliegen noch dem Konsultationsverfahren mit den Mitarbeitenden, die am Mittwoch informiert wurden.

20 bis 25 neue Stellen in Basel

Es sei geplant, 20 bis 25 neue Stellen im Biologics Center in Basel zu schaffen, sagte der Sprecher weiter. Zudem gebe es weitere offene Stellen im Novartis-Konzern, auf die sich die Mitarbeitenden bewerben könnten.

Weiter plant Novartis, die Forschungsprogramme und Tätigkeiten seines Instituts für Tropenkrankheiten von Singapur nach Emeryville in Kalifornien zu verlegen. Dieser Umzug ermögliche eine engere Zusammenarbeit mit dem Infektionskrankheiten-Forschungsteam, das bereits in Emeryville angesiedelt ist, und der Life-Sciences-Gemeinde im Grossraum San Francisco.

«Schwacher Trost»

Der Aufbau in Basel sei ein schwacher Trost, kommentierte die Gewerkschaft Syna in einer Mitteilung. Die angekündigte Standortschliessung passe nicht gut zur Parole von Novartis, die Innovation verstärken zu wollen. Es dränge sich der Verdacht auf, dass es sich um eine versteckte Sparübung handle, um der teuren Schweiz zu entfliehen. In Anbetracht der guten finanziellen Situation von Novartis könne Syna dies nicht nachvollziehen.
Das Beispiel zeige einmal mehr, dass Restrukturierungen in der Schweiz vermehrt auch hoch qualifizierte Arbeitsplätze und erfolgreiche Branchen wie die Pharmaindustrie beträfen, schreibt der Verband Angestellte Schweiz. Der Verband verweist dabei auf den zweiten Schweizer Pharmariesen Roche, der Anfang September einen Abbau von 190 Stellen bekannt gegeben hatte.
Angestellte Schweiz und Syna fordern Novartis auf, den von der Schliessung der ESBATech betroffenen Angestellten eine neue Stelle im Unternehmen anzubieten.