Novartis: Schwieriges Geschäftsjahr mit weniger Gewinn

Der Nettoumsatz des Pharmakonzerns betrug knapp 50 Milliarden Dollar. Der Reingewinn sank um mehr als 30 Prozent auf 7 Milliarden Dollar. Ein Minus, das unter den Erwartungen der Analysten liegt. Die Entwicklung hat sich auch an den Aktienmärkten ausgewirkt.

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Novartis: Schwieriges Geschäftsjahr

2:19 min, aus Tagesschau vom 27.1.2016

Die Fokussierung auf drei Geschäftsbereiche hat beim Basler Pharmakonzern Novartis im Geschäftsjahr 2015 zu einem Rückgang des Reingewinns um über ein Drittel auf 7,028 Milliarden Dollar geführt. Der Umsatz reduzierte sich um 5 Prozent auf 49,414 Milliarden Dollar.

Novartis hat sich neu aufgestellt – fokussiert auf verschreibungspflichtige Medikamente, Generika und Augenheilmittel. Doch gerade die Augenheilmittel-Division Alcon schwächelte im vergangenen Jahr. Der Umsatz sank um 9 Prozent.

Nach der Publikation der Zahlen startete die Novartis-Aktie an der Börse mit einem Minus von 3,8 Prozent.

Novartis hatte das Geschäft vor fünf Jahren teuer eingekauft. Die Sparte hat sich aber nicht wie erhofft entwickelt. Nun reagiert Novartis mit einem Wachstumsplan. Ein neuer Chef soll's richten. Das Geschäft wird vereinfacht und fokussiert – auf die Bereiche Augenchirurgie, Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflege. Hier will Novartis investieren und Innovationen vorantreiben. Die Augenmedikamente indes werden in die Pharma-Sparte verschoben.

In der Pharma-Sparte, dem wichtigsten Geschäftsbereich, ging der Umsatz um 4 Prozent zurück. Diese Sparte kämpft gegen die Konkurrenz durch Nachahmer-Produkte bei Medikamenten, deren Patentschutz ausläuft. Neue potenzielle Blockbuster, die den Umsatzrückgang ausgleichen sollen, sind zwar in der Pipeline, aber die Markteinführung gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Geschäftsleitung und Verwaltungsräte geringer entlohnt

Rückgang auch bei den Gehältern: Novartis-Chef Joseph Jimenez erhielt im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Gesamtentschädigung von 11,6 Millionen Franken (Vorjahr 12,6 Millionen). An die gesamte Geschäftsleitung wurden 2015 total knapp 52 Millionen Franken ausbezahlt, nach 69,2 Millionen im Vorjahr.

Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt erhielt 2015 gut 3,8 Millionen Franken und damit ebenfalls etwas weniger als im Vorjahr. An alle Verwaltungsräte zusammen wurden insgesamt 7,8 Millionen Franken entrichtet nach 8,8 Millionen im Vorjahr.

Das wichtigste in Kürze:

  • 2015: Nettoumsatz Konzern 49,4 Mrd. USD
  • Reingewinn 7,028 Mrd. USD (VJ 10,28 Mrd.)
  • Dividende von 2,70 CHF (VJ 2,60 CHF) je Aktie vorgeschlagen
  • 2016 wird Umsatz auf Vorjahresebene erwartet
  • Jährliche Kosteineinsparungen über 1 Mrd. USD bis 2020 angestrebt
  • Aktienrückkaufprogramm über 10 Mrd. CHF vorgeschlagen