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Wirtschaft Nur wer die Verträge einhält, gelangt auf die Baustelle

Auf eine Grossbaustelle von Allreal in Zürich-Albisrieden kommt nur, wer zuvor seinen Fingerabdruck registriert hat, wie der «Blick» heute schreibt. Noch sind Fingerabdruck-Scanner zwar die Ausnahme. Doch die Zutrittskontrollen auf Baustellen werden immer strenger.

Symbolbild: Ein Finger auf einem Fingerabdruck-Lesegerät, dahinter ist gross ein Fingerabdruck projiziert.
Legende: Zutritt gibt's nur, wenn der Fingerabdruck stimmt. Keystone Archiv

Auf Baustellen herrscht ein stetes Kommen und Gehen: Hier wird Kies angeliefert, dort wird Beton gemischt. Maurer und Gipser kommen raus, Sanitär-Installateure und Elektriker gehen rein. Doch kaum jemand hat den Überblick, wer wann was macht; und schon gar nicht in wessen Auftrag.

Bessere Kontrolle möglich

«Auf den Baustellen herrscht oft Wilder Westen», sagt Lorenz Keller von der Gewerkschaft Unia. Es gebe Sub- und Subsub-Unternehmen. Oftmals sei gar nicht mehr nachvollziehbar, wer welche Tätigkeiten ausführe. Damit lässt sich auch kaum kontrollieren, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Etwa, ob die Gesamtarbeitsverträge eingehalten werden und korrekte Löhne gezahlt werden; oder ob Schein-Selbständige und Schwarzarbeiter am Werk sind.

Er erlebe immer wieder, dass auf einer Baustelle Sub-Unternehmer seien, die den Auftraggebern gar nicht gemeldet seien. «Auf einmal sind es zwei, drei, vier neue Unternehmen mit ganz neuen Leuten.» Solche Zustände würden mit der strikten Zugangskontrolle zu einer Baustelle ausgeschlossen.

Generalunternehmer spart Busse

Daran haben auch Baufirmen ein Interesse. Denn letztlich haften Generalunternehmen wie Allreal, wenn sich Sub-Unternehmen nicht an die Vorschriften halten. Ihnen drohen als Folge der verschärften Solidarhaftung Bussen. Daher rechne sich das neue Zutrittssystem mit Finger-Scan, mit dem Allreal nun erste Erfahrungen sammle, sagt Unternehmenssprecher Matthias Meier.

So habe man Gewissheit, dass auf der Baustelle nur Mitarbeiter von Unternehmen beschäftigt seien, die sich an die Regeln und Bestimmungen hielten, so Meier weiter. Darüber hinaus verspricht man sich bei Allreal eine bessere Qualität der Arbeit, wenn man genau weiss, wer was macht.

Wenig Begeisterung beim Baumeisterverband

Dies bezweifelt Daniel Lehmann, Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbands: «Das bringt nur einen sehr kleinen Nutzen und ist in jedem Fall unverhältnismässig.» Er äussert auch gewisse Vorbehalte wegen des Datenschutzes im Zusammenhang mit dem Fingerabdruck-Scanner.

Doch darin sieht Allreal-Sprecher Meier kein Problem. Es handle sich um ein geschlossenes Netzwerk, in dem nur die Fingerabdrücke der registrierten Mitarbeiter der überprüften Firmen abgeglichen würden – zum Nutzen des Generalunternehmers.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Michel, 1723 Marly
    Na endlich - und wenn's jetzt auch im Wallis so gehandhabt wird, sind wir echt einen Schritt weiter und dann verliert auch die Personenfreizügigkeit den Wildwest- und Profiteurcharakter.
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  • Kommentar von A. Huber - ICT, Basel
    Da kann ich Daniel Lehmann, Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbands, nur beipflichten! Respekt! Wenn auf Baustellen Wildwest-Zustände herrschen, müssen diese abgeschafft werden - aber ganz SICHER NICHT, indem sich JEDER Arbeiter, der Zutritt zu seinem Arbeitsort will, wie ein KRIMINELLER behandeln lassen muss! Unglaubliche Zustände!
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  • Kommentar von E. Röthlisberger, Gerolfingen
    Hier wird ein starkes Zeichen gesetzt. Bravo. Kritik an der Massnahme ist fehl am Platz, und sich hinter dem Datenschutz zu versteckenl, das hinterlässt ein ungutes Gefühl.
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