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Ökonom erforscht das Schenken Plädoyer für Bargeld unter dem Baum

Legende: Audio Nur Bares ist Wahres abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
02:11 min, aus HeuteMorgen vom 18.12.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Dinge zu verschenken führe zur Verschwendung von Ressourcen, argumentiert der Ökonom Joel Waldfogel.
  • Wir wissen zu wenig, was andere möchten. Deshalb geben wir unter Umständen Geld für Dinge aus, die anderen keinen Nutzen bringen.
  • Verschenke man Bargeld, ergebe sich dieses Problem nicht, argumentiert Waldfogel.

Das vernünftigste Weihnachtsgeschenk wäre Bargeld. Das ist nicht einfach eine Behauptung, sondern das Ergebnis jahrelanger Forschung. Schon 1993 hat der US-Ökonomieprofessor Joel Waldfogel erstmals empirisch nachgewiesen, dass Weihnachtsgeschenke ökonomisch unsinnig sind.

Wir kennen die Wünsche anderer zu wenig

Das Problem mit Weihnachtsgeschenken sei, dass es schwierig ist, zu wissen, was andere gerne hätten oder mögen, argumentiert Waldfogel. Für uns selbst kaufen wir normalerweise nur Dinge, die für uns mindestens das wert sind, was sie kosten. Beim Geschenke kaufen ist es anders. Wir kaufen unter Umständen etwas, das der beschenkten Person gar nichts nützt.

Für Ökonomen sind dies falsch eingesetzte Mittel, in Form von Arbeit, Rohstoffen, Geld. Wer Ressourcen verschwendet, ist ärmer, als er sein müsste. Es kommt zu Wohlstandsverlusten.

«Verlust» von einem Fünftel

Joel Waldfogel hat diese berechnet. Seit Jahren befragt er Schenker und Beschenkte. Das Ergebnis: Geschenke sind für die Empfänger im Schnitt 20 Prozent weniger wert, als sie gekostet haben.

Einfacher wird es, wenn man Bargeld verschenkt, oder Gutscheine. Bargeld ist ökonomisch das sinnvollste Geschenk, weil sich damit jedermann kaufen kann, was er oder sie wirklich braucht, sagt der Forscher.

US-Forscher Waldfogel gibt allerdings zu, dass in seinen Berechnungen etwas fehlt: Nämlich die Gefühle, die beim Schenken und beim Auspacken entstehen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    schöne neue noten, ein geschenk mit potential. schon eigenartig, in einer gesellschaft, wo geld der absolute könig ist, verschämt und sentimental zu werden nur weil es weihnacht ist und die kinder lieber mit unnötigem zudecken, das ihre phantasie eher zum erliegen bringt, denn anregt. zu dem haben viele, nicht alle, schon fast alles und fragen sich oft wohin damit. die eigene dingliche kapazität hat auch ein limit. denn was oft vergessen geht, sie haben ein ding, aber jedes ding hat auch sie.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Bargeld zu verschenken ist das ödeste, das ich mir denken kann. Es zeugt vorab von Gedankenlosigkeit, Bequemlichkeit und der Tatsache, dass Schenken zum MUSS geworden ist, worab an Weihnachten.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Für mich sind die Gefühle und Gedanken, die beim Schenken entstehen, das Wichtigste für den Beschenkten und den, der gibt. Sich Gedanken machen und vor allem, sich Zeit nehmen. Darauf kommt es an.
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