Ökonomen prophezeien Schweizer Wirtschaft ein gutes Jahr

2013 hat die Schweizer Wirtschaft um zwei Prozent zugelegt. Und auch 2014 soll sie weiter wachsen. Profitieren werde vor allem die Industrie und der Tourismus.

Bergrestaurant in Davos.

Bildlegende: Die Tourismusbranche kann laut Ökonomen aufatmen. Keystone

Vor einem Jahr waren sich die Ökonomen nicht einig, wie sich die wirtschaftliche Situation im Land entwickeln würde. Dieses Mal ist alles einfacher, sagt ZKB-Ökonom Anastassios Frangulidis: «Die Risiken, welche im letzten Jahr sehr ausgeprägt waren, zum Beispiel die Eurokrise, haben nachgelassen. Darum haben wir ein besseres Gefühl.»

Tatsächlich sind sich die Konjunkturforscher für einmal einig: Die Schweizer Wirtschaft wird 2014 das Tempo halten oder gar einen Zahn zulegen können. Statt knapp zwei Prozent dürfte sie über zwei Prozent wachsen. Janwillem Acket von Julius Bär bestätigt: «Wir haben erstmals auf breiter Front vor allem auch von den entwickelten Ländern ganz klare Hinweise für einen Aufschwung.»

Genau das stimmt auch den Chefökonomen des Bundes, Eric Scheidegger, zuversichtlich: «Wie bereits 2013 wird die Konsumentenstimmung weiterhin gut sein, auch die Bauwirtschaft wird gut laufen. Was neu hinzukommt ist, dass wir eine zunehmende Exporttätigkeit erwarten. Der Industrie- und der Tourismussektor können Licht am Ende des Tunnels sehen.»

Die Auftragsbücher der Exportindustrie füllen sich also wieder. Und es bleibt am Ende des Tages auch wieder mehr Geld in der Kasse, sagt Rudolf Minsch, Chefökonom des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse: «Im Grossen und Ganzen profitiert man weltweit vom Wachstum. Mittlerweile kann man auch wieder Margen erzielen, so dass Reinvestitionen möglich sind.»

Bedenken bei Italien und Frankreich

Ganz sorgenfrei sind die Konjunkturforscher aber doch nicht. Stellvertretend sagt Janwillem Acket: «Diese sogenannten Problemländer haben die Zeichen der Zeit verstanden. Ich habe eher mehr Bedenken bei Italien, wo die politische Führungskrise Reibungsverluste erzeugt.» Grosses Sorgenkind sei aber vor allem Frankreich.

Frankreichs Wirtschaft dümpelt vor sich hin, kommt nicht auf Trab, und die Regierung scheut sich davor, etwa den starren Arbeitsmarkt zu reformieren. Martin Neff von der Raiffeisen-Gruppe ortet noch ein zweites grosses Risiko: «Dass das Experiment gelingt und man sich ganz schnell wieder aus diesem ultraexpansiven geldpolitischen Pfad entfernt, ist aus meiner Sicht nicht so einfach, wie sich das die Geldhüter vorstellen.»

Und doch ist er der Optimistischste unter den Ökonomen: Neff prognostiziert für die Schweiz ein Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent im 2014 – so viel wie kein zweiter Berufskollege.