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Preise weiter unter Druck Ölpreis setzt Talfahrt fort

Legende: Audio SRF-Wirtschaftsredaktorin Maren Peters: «Grosses Angebot, verhaltene Nachfrage» abspielen. Laufzeit 3:36 Minuten.
3:36 min, aus SRF 4 News aktuell vom 08.05.2017.
  • Der Preis für ein Fass Öl der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) liegt erstmals seit November 2016 unter die Marke von 45 US-Dollar. Zeitgleich fiel der Preis für Nordsee-Öl weiter unter die Marke von 50 Dollar.
  • Zuletzt kostete ein Fass der WTI-Sorte 44,18 US-Dollar. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich auf 47,08 Dollar.
  • Den jüngsten Preisrutsch begründeten Experten unter anderem mit den hohen Fördermengen in den Vereinigten Staaten.

Beide Ölpreise sind damit wieder auf den Stand vom vergangenen November zurückgefallen. Damals hatten Berichte über eine geplante Kürzung der Fördermenge durch die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) die Ölpreise stark steigen lassen. Seit Januar ist die Produktionskürzung des Ölkartells in Kraft, an der sich auch das wichtige Förderland Russland beteiligt. Die Massnahme dient zur Stützung der Ölpreise und hat eine Laufzeit von sechs Monaten, wobei zuletzt über eine Verlängerung diskutiert wurde.

Experten erklärten den aktuellen Preisrutsch am Ölmarkt mit der jüngsten Entwicklung in den USA. Während die Opec-Länder ihre Produktion gedrosselt haben, wird sie in den USA immer weiter erhöht. Am Mittwoch hatte die US-Regierung mitgeteilt, dass die landesweite Produktion in der vergangenen Woche um 0,30 Prozent auf 9,293 Millionen Barrel Rohöl pro Tag gestiegen war. Das ist der höchste Stand seit Mitte 2015.

SRF-Redaktorin Maren Peters erklärt den tiefen Ölpreis

Die Fähigkeit, den Ölpreis zu steuern, ist der Opec weitgehend entglitten. Der Preis für ein Fass Öl der (gängigen) Sorte West Texas Intermediate ist erstmals seit fünf Monaten unter die Marke von 45 Dollar gerutscht. Das ist weit entfernt von der Zielmarke von 60 Dollar je Fass, bei dem das Erdölkartell ihn gerne hätte. Das liegt auch daran, dass der frühere Monopolist Opec inzwischen nur noch für ein Drittel der globalen Ölförderung steht. In den letzten Jahren sind andere wichtige Spieler am Ölmarkt aufgetaucht, darunter Russland und die USA.

Für den aktuellen Preisrutsch machen Marktbeobachter denn auch vor allem die USA verantwortlich. Während die Opec-Länder ihre Produktion gedrosselt haben, wird sie in den USA laufend weiter erhöht. Es liegt aber auch daran, dass die Opec-Länder untereinander zerstritten sind. Der Finanzmarkt traut der Ankündigung nicht, dass alle Mitgliedsländer die Fördermenge auch in den kommenden Monaten drosseln. Auch dieses Misstrauen spiegelt sich in den tieferen Preisen wieder.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Da orakelt man über Elektromobilität (die Thematik der Grauenergie wird grosszügig ausgeblendet) und intelligente Systeme (die nächste Einsprache gegen eine Mobilfunkantenne wegen Elektrosmogs kommt dafür gern mal aus dieser Ecke) fordern. Dabei gibt es kaum ein Land, in welchem Private aus eigenem Antrieb so viel für die Umwelt -gerade im automobilen BEreich- tun. Dass das nur geht, wenn man es sich leisten kann, ist eine Erkenntnis, dessen Kelch m.E. oft an ihnen vorbeigeht...
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Die graue Energie bei Elektromobilen ist nicht dermassen entscheidend, ausser sie wäre viel höher als beim Bau eines Autos mit Verbrennungsmotor. Das ist vielleicht aktuell noch der Fall, ist aber kein Naturgesetz. Deshalb muss es auch nicht zwingend thematisiert werden.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Kaum ist der Ölpreis auf Talfahrt, krakeelen sie wieder, die Ökofundis und Klassenkämpfer. Sie, die sie mit ihrer hemdsärmligen Energiewende bloss die CO2-Problematik durch Kohle-KWs in Europa verschlechtert haben und der steuerzahlenden Mittelschicht noch mehr Geld aus der Tasche ziehen.
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  • Kommentar von Fritz Frei (Fritz Frei)
    Die Amis haben recht. In 10-20 Jahren wird es kaum noch Nachfrage für Erdöl geben, denn bis dahin wird die Technologie Sonnenenergie für alle immer verfügbar machen, insbesondere dank neuer günstiger Sonnenpanel mit weit grösserer Lebensdauer, Batterien mit zigfachem Nutzungsgrad und einem dichten Netz von Solartankstellen. Privatautos werden autonomen, elektrischen Mietfahrzeugen weichen, und die Menschen werden dadurch viel mehr Geld für ihren privaten Bedarf zur Verfügung haben.
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    1. Antwort von M. Keller (MK)
      @Frei - träumen ist erlaubt .... so wie die Probleme heute 'angepackt' werden, dauert dies weit mehr als 20 Jahre. Nicht zu vergessen sind die rechtlichen Aspekte bei z.B. selbst fahrenden Autos etc. Heute ist meistens der Mensch bei einem Autounfall schuld. Wer dann z.B. bei selbst fahrenden Autos? Beim Thema "Klimawandel" wird mit einer "Turbogeschwindigkeit" nach Lösungen (zumindest) gesucht. Wirklich etwas bewegt hat man nicht. -will oder kann man nicht- ist hier für mich die zentrale Frage.
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Hr. Keller, vermutlich haben Sie einfach nicht mitbekommen was alles erreicht wurde. Beispiele: Stop des Waldsterbens durch Katalysatoren beim Verbrennungsmotor und durch Reduktion der Kohlefeuerungen. Stop der Zerstörung des Ozonlochs durch Verbot der FCKW und weiterer Lösungsmittel. Man will und man kann, aber es braucht Zeit.
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