Angst vor Ölpreis-Zerfall OPEC will die Öl-Fördermenge weiterhin beschränken

Alexander Nowak und Khalid al-Falih bei der Opec-Konferenz.

Bildlegende: Der russische Energieminister Alexander Nowak und sein saudi-arabischer Amtskollege Khalid al-Falih. Reuters

  • Der sinkende Erdölpreis soll stabilisiert werden und dafür die Produktion knapp gehalten werden.
  • Die Minister der OPEC haben beschlossen, die Produktionskürzung weitere neun Monate aufrecht zu erhalten.
  • Die Rohstoffmärkte zeigen sich bislang aber unbeeindruckt: Der Ölpreis brach um fünf Prozent ein.

Die Allianz der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und Nicht-OPEC-Staaten will weiterhin eine knappere Erdölproduktion, um den Ölpreis zu stabilisieren. In Wien haben die Fachminister der OPEC beschlossen, die seit Januar geltende Produktionskürzung bis März 2018 zu verlängern.

Auch Nicht-OPEC-Mitglieder wie Russland beteiligen sich an diesem Schritt. Damit sollen insgesamt 1,8 Millionen Barrel (159-Liter-Fass) weniger Rohöl pro Tag gefördert werden.

Überangebot begrenzen

«Neun Monate sind das Optimum», begründete Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih die Verlängerung der Frist. Unter diesen Bedingungen sollten die Lagerbestände an Öl wieder auf den Fünf-Jahres-Schnitt sinken. Die Kürzung entspricht rund zwei Prozent der täglichen Weltproduktion und damit etwa dem aktuelle Überangebot.

Die Märkte reagierten zunächst mit fallenden Preisen auf die Entscheidung. So kostete ein Barrel der US-Sorte WTI am Donnerstagabend weniger als 50 Dollar. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank auf 52,24 US-Dollar – das waren 1,72 Dollar weniger als am Vortag.

Begrenzte Produktion hemmt Einnahmen

Russland sieht das Bündnis mit den OPEC-Staaten dennoch als Erfolgsmodell, das vertieft werden sollte. «Wir starten in eine neue Ära der Kooperation» der OPEC mit den Nicht-OPEC-Ländern, sagte Energieminister Alexander Nowak. Fast niemand habe erwartet, dass sich die 24 teilnehmenden Staaten so strikt an ihre eigenen Vorgaben halten würden, sagte der russische Energieminister.

Die Verlängerung der begrenzten Erdölförderung ist allerdings eine Gratwanderung: Einerseits soll der Preis gestützt werden, andererseits kämpfen alle um Marktanteile.

Besonders OPEC-Staaten wie das krisengeschüttelte Venezuela sind auf steigende Einnahmen angewiesen. Gleichzeitig macht aber ein steigender Ölpreis die Erschliessung von Schieferöl-Feldern in den USA wirtschaftlich attraktiver. Dort wird mit der kostspieligen Fracking-Methode gefördert.