Panikverkäufe wegen sinkendem Ölpreis

Der Rückgang des Ölpreises hat zu Panikverkäufen an der Börse in Dubai und anderen Handelsplätzen der Region geführt. Der Dubai General Index fiel um 7,6 Prozent – der grösste Rückgang seit sechs Jahren.

Mehrere Personen an der Dubaier Börse.

Bildlegende: Die rasante Talfahrt des Ölpreises hat auch Unruhe an der Dubaier Börse ausgelöst. Reuters

In den Vereinigten Arabischen Emiraten hat der Rückgang des Ölpreises zu Panikverkäufen an der Börse geführt. Der Dubai Financial Market General Index (DFMGI) fiel um 7,6 Prozent. Das ist der grösste Rückgang seit sechs Jahren.

In Abu Dhabi betrug das Minus 3,6 Prozent und in Katar 5,9 Prozent. In der Region wird befürchtet, dass die Regierungen der Ölförderländer wegen der fallenden Preise ihre Ausgaben verringern könnten. Damit würden wichtigen Unternehmen die Aufträge wegbrechen.

Erdöl ist so billig wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Am Freitag kostete ein Fass (159 Liter) der richtungsweisenden Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee weniger als 62 Dollar. Noch im Sommer mussten dafür mehr als 100 Dollar bezahlt werden.

Eine der Ursachen der Rohöl-Schwemme liegt in den USA, die den Rohstoff mit Hilfe der umstrittenen Fracking-Technologie aus Schiefergestein herauslösen und damit neue Vorkommen erschliessen. Einige Experten vermuten daher, dass Saudi-Arabien als grösstes Ölförderland durch die niedrigen Preise die ungeliebte Konkurrenz aus dem Markt drängen möchte.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • OPEC-Generalsekretär Abdullah al-Badri wartet auf den Beginn der Sitzung der OPEC-Ölminister in der Zentrale der OPEC in Wien am 27. November 2014.

    Ölpreis sinkt nach OPEC-Nicht-Entscheid

    Aus Echo der Zeit vom 27.11.2014

    Der Ölpreis ist in den vergangenen Monaten um ein Drittel eingebrochen. Entsprechend gross war die Spannung, ob und wie die OPEC, das Kartell der erdölexportierenden Länder, bei ihrem heutigen Treffen in Wien darauf reagieren würde. Die Antwort ist: gar nicht.

    Maren Peters

  • Auf beiden Seiten des Atlantiks gibt es derzeit ein Überangebot – teilweise begründet durch die umstrittene Fördermassnahme des Fracking.

    Erdöl wird immer billiger

    Aus Echo der Zeit vom 15.10.2014

    Allein seit Juni ist der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent um rund einen Viertel gefallen. Aktuell kostet das Fass gut 84 Dollar. Für die Förderländer bedeutet das sinkende Einahmen. Das könnte manches Land in Verlegenheit bringen.

    Maren Peters