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Wirtschaft Pendeln mit dem Flugzeug

Die Zahl der Grenzgänger in die Schweiz steigt, aber weniger stark als in den letzten Jahren. Das zeigen die neusten Zahlen des Bundes. Eine bestimmte Gruppe Pendler hingegen wächst rasant: Jene aus Nicht-Nachbarländern. Die Zahl dieser Grenzgänger ist heute 16 Mal höher als vor sieben Jahren.

Legende:
Zahlen der Grenzgänger aus Nicht-Nachbarländern Die Anzahl ist stetig am steigen. BFS

Viele von ihnen kommen nicht mit dem Auto oder Zug – sondern per Flugzeug. Und sie kommen nicht aus dem grenznahen Frankreich, Italien oder Deutschland, sondern aus ganz Europa. Die Pendler aus Nicht-Nachbarländern. Diese spezielle Gruppe von Grenzgängern ist zwar noch klein, aber sie wächst rasant: Waren es 2008 noch knapp 100 Leute, die den weiten Weg in die Schweiz auf sich nahmen, so sind es heute rund 1'600.

Die meisten dieser Grenzgänger sind Wochenaufenthalter und kehren jeweils über das Wochenende in ihre Heimatländer zurück. Möglich gemacht haben das Gesetzesänderungen: Grenzgänger müssen seit 2002 nur noch wöchentlich zurück in ihr Heimatland und sie dürfen seit der Einführung der Personenfreizügigkeit aus fast der ganzen EU und dem EFTA-Raum kommen - nicht mehr nur aus dem grenznahen Gebiet.

Fünfmal höherer Lohn

Einer dieser Pendler ist Nikos Nakos. Der Informatiker arbeitet in Zürich für eine Schweizer Bank. Seine Arbeitswoche beginnt früh am Montag in Athen. «Ich steige um 6.30 Uhr in der Früh ins Flugzeug und bin um 8 Uhr in Zürich.» Umgekehrt verlässt Nakos die Schweiz am Freitagabend um 21 Uhr und ist um Mitternacht wieder zu Hause.

Legende: Video Mehr Flugzeug-Pendler in der Schweiz abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.11.2015.

Nakos macht dies bereits seit vielen Jahren. «Es klingt zwar verrückt, aber für mich ist das sehr gut.» Die Arbeitsbedingungen seien in der Schweiz sehr gut und das abwechslungsreiche Leben gefällt Nakos gut. Ausserdem verdiene der Grieche in der Schweiz den fünf- bis sechsfachen Lohn Im Vergleich zur einer ähnlichen Stelle in Athen.

Der Grossteil seiner Familie wohnt weiterhin in Griechenland. Seine Frau würde ihn einmal pro Monat in der Schweiz besuchen kommen. Ganz hierher ziehen will Nakos jedoch nicht: «Meine Eltern leben beide noch, ich kann sie nicht alleine lassen.»

Bald 300'000 Pendler

Die Grenze von 300'000 Pendlern dürfte bald geknackt werden. Ende September 2015 betrug die Anzahl Grenzgänger 297'458, 3,9 Prozent oder 11'070 mehr als im Vorjahresmonat, wie das Bundesamt für Statistik veröffentlicht hat. Am meisten Grenzgänger kommen aus Frankreich (rund 160'000), Italien (rund 70'000) und Deutschland (knapp 60'000).

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5 Kommentare

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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Lob der Globalisierung: Wein aus Südafrika saufen, Bananen aus Mittelamerika fressen, zum Fett absaugen nach Kalifornien fliegen und zum Spass in der Antarktis Golf spielen....alle nur noch krank!
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  • Kommentar von Thomas Schweizer (Schweizer_Thomas)
    In der Schweiz zum in der IT (Informatiker) arbeiten. Ist es von Griechenland unmöglich für eine Schweizer Bank zu arbeiten. Technologien sind überall verfügbar und zwar die Gleichen. Man könnte meinen ihn Griechenland ist Notstand mit elektrischer Energie. Ökologisch ein Unsinn solches Pendeln. Es gibt viele Firmen wo IT Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. HOME-Office ist wohl ein Fremdwort - Dann braucht es kein Pendeln
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Ökologisch betrachtet ist die Vielfliegerei nicht nur ein Blödsinn, sondern längerfristig (aus dem Blickwinkel unserer nächsten Generationen) betrachtet Selbstmord. Ganz abgesehen von den üblen Kriegen, die heute um Ressourcen wie Öl und Gas geführt werden. Wir verbrauchen mit dem erwähnten Lebensstil in weniger als 100 Jahren sämtliche Ressourcen unserer Erde...
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