Peugeot muss um Einsparziele fürchten

Der französische Autokonzern Peugeot schwächelt weiter. Zum einen muss er um die Kooperation mit General Motors fürchten und zum anderen sinken die Umsatzzahlen beim traditionsreichen Autobauer.

Peugeot-Logos.

Bildlegende: Der brüllende Löwe von Peugeot, brüllt nicht mehr so laut. Keystone

Nächster Rückschlag für den krisengeschüttelten Autobauer Peugeot: Die ohnehin klammen Franzosen müssen um ihre Einsparziele aus der Allianz mit dem US-Partner General Motors fürchten.

Die angepeilten Synergien von einer Milliarde Dollar für PSA Peugeot Citroen könnten nach unten korrigiert werden, teilte der Konzern zur Vorlage seiner Umsatzzahlen für das dritte Quartal mit.

Der Grund: Die Entwicklung einer gemeinsamen Kleinwagen-Plattform mit dem amerikanischen Konzern steht auf der Kippe. Die Entwicklung neuer Plattformen gehört zu den teuersten Aufgaben von Autobauern.

Dabei hatten beide Seiten erst Anfang Oktober angekündigt, Teile ihrer Produktion zusammenzulegen. Die Franzosen lassen künftig den Nachfolger ihres Mini-Vans Citroën C3 Picasso im spanischen GM-Werk Saragossa vom Band rollen – gemeinsam mit dem geplanten Folgemodell Opel Meriva. Ausserdem teilen die Autoriesen sich den Einkauf, was in diesem Jahr immerhin 60 Millionen Euro sparen soll.

Unter Druck steht die Partnerschaft aber wegen einer möglichen Kapitalerhöhung, die in nächster Zeit anstehen dürfte. In den vergangenen Tagen machten in den Medien Gerüchte die Runde, der chinesische Staatskonzern Dongfeng und die französische Regierung wollten in die angeschlagene PSA jeweils 1,5 Milliarden Euro investieren. Im Gegenzug sollen sie einen Anteil von 30 bis 35 Prozent an dem Unternehmen erhalten.

Halbierung des Cash-Loss angestrebt

GM hatte sich zwar offiziell nicht gegen eine solche Kapitalerhöhung ausgesprochen, müsste aber mit einer kräftigen Verwässerung der Anteile rechnen. Derzeit halten die Amerikaner 7 Prozent der PSA-Aktien.

Auch das PSA-Geschäft lief im dritten Quartal schleppend. Der Konzernumsatz ging um 3,7 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro zurück. In der Autosparte schrumpften die Erlöse sogar um knapp 6 Prozent auf 8 Milliarden Euro.

Angaben zum Gewinn macht der zweitgrösste Autobauer Europas nur alle halbe Jahre. An seinen Zielen hält der Konzern aber fest: Er will in diesem Jahr den Cash-Loss (negativer Cashflow) halbieren. 2012 hatten die Franzosen 3 Milliarden Euro verbrannt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Peugeot-Citroen streckt Fühler nach China aus

    Aus Tagesschau vom 22.10.2013

    Der finanziell angeschlagene französische Autokonzern Peugeot-Citroen sucht offenbar Hilfe in China. Seit heute Morgen diskutiert in Paris der Peugeot-Citroen Verwaltungsrat und prüft angeblich eine Kooperation mit dem chinesischen Autobauer Dongfeng, der Nummer zwei in China.