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Photovoltaik-Anlagen Wer Solarstrom einspeist, verdient dieses Jahr weniger

Im Schnitt sinkt die Vergütung für Solarstrom um 5 Prozent – von 9 auf 8,5 Rappen pro Kilowattstunde .

Legende: Audio Kritik des Verbands: Sinkende Entschädigung widerspricht Energiestrategie abspielen.
1:47 min, aus HeuteMorgen vom 28.03.2018.

Die Vergütungstarife für Solarstrom sinken Jahr für Jahr. Das kritisiert der Verband unabhängiger Energie-Erzeuger VESE, der zur Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie gehört. Denn mit tieferen Tarifen nehme der Anreiz ab, Photovoltaik-Anlagen zu installieren und Solarstrom in die lokalen Verteilernetze einzuspeisen. Das stehe im Widerspruch zu den Zielen der Energiestrategie des Bundes, die ja Strom aus erneuerbaren Energien fördern wolle.

Netzbetreiber zahlen wenig

Fakt ist: Die Netzbetreiber müssen nur so viel zahlen, wie es sie kosten würde, die gleiche Menge Strom bei Dritten zu beziehen – beispielsweise direkt am Markt. Doch dort sind die Strompreise tief.

Solarpanels auf einem Dach
Legende: Eigentümer von Photovoltaik-Anlagen verdienen dieses Jahr weniger, wenn sie Strom ins Netz einspeisen. Keystone

Entsprechend zahlen manche Netzbetreiber sehr tiefe Tarife – nahe an der gesetzlichen Grenze der Gestehungskosten. Weil die Strompreise weiter gesunken sind, führt das nun in gewissen Regionen zu weiteren, teils markanten Tarifsenkungen – so im Kanton Zürich oder in der Ostschweiz. Der VESE will mit diesen Unternehmen Gespräche führen und sie ermuntern, für den lokalen Öko-Strom mehr zu bezahlen.

Allerdings gibt es auch zahlreiche Netzbetreiber (so in Basel), die einen mittleren bis hohen Vergütungstarif zahlen. Dadurch motivieren sie private Hausbesitzer, Solar-Anlagen zu montieren.

Solarstrom für Eigengebrauch

Die Netzbetreiber, die tiefe Tarife zahlen, verweisen darauf, dass es derzeit eben schwer sei, mit Strom Geld zu verdienen. Zudem empfehlen sie den Eigentümern von Photovoltaik-Anlagen, eben mehr ihres Solarstroms selber zu verbrauchen – beispielsweise für die Aufbereitung von Warmwasser, zum Heizen oder fürs Elektro-Auto.

Der Haken daran: Im Winter, wenn die Heizungen laufen, liegt oft Schnee auf den Hausdächern. Entsprechend liefern die Photovoltaik-Anlagen ausgerechnet dann weniger Strom. Und wer den eigenen Strom speichern will, muss nochmals Geld investieren – in eine Batterie.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Lars Graf (Lars)
    Die Vergütungen müssen sinken. Solarenergie wird preiswerter da die Preise für Panels sinken. Zweitens erhöht es die Motivation Speicherlösungen zu finden.
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  • Kommentar von Laurenz Hüsler (Laurenz Hüsler)
    Die Vergütungen sind immer noch zu hoch, wenn man bedenkt, dass der Strom nicht gebraucht wird, und dass keine Gebühr für die Verwendung des Netzes verlangt wird.
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  • Kommentar von VIKTOR KRUMMENACHER (vk4103)
    Lieber ichweissnichtalles die Einnahmen müssen versteuert werden. Und warum sollen nur die grossen Elektrizitätswerke etwas daran verdienen und die kleinen Produzenten nicht? Sie unterstützen mit diesem Gedanken auch die auch die EWs, denn die sind froh, wenn sie das Monopol haben. Die denzentrale Produktion ist für sie daher nicht interessant. obwohl auch ökologisch sinnvoll,- keine Überlandnetze nötig- und auch strategisch.
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