Porsche, Atlanta und ein Investor aus der Schweiz

Firmen-Patron Klaus Bender stellt Investoren Traumrenditen von mehr als 20 Prozent in Aussicht. Jetzt baut er in der Anflugschneise des US-Flughafens Atlanta ein Hotel für 53 Millionen Dollar. Die Rechnung soll auch dank aggressiver Steueroptimierung und verschachtelter Firmenkonstrukten aufgehen.

Porsche-Rennstrecke und Flugzeug.

Bildlegende: Laute Nachbarschaft: Das Hotel kommt neben einer Porsche-Rennstrecke zu stehen – und direkt am Flughafen Atlanta. SRF

Parade.

Bildlegende: Grundsteinlegung als patriotischer Akt: Acron sucht den grossen Auftritt. SRF

Ein Trommelwirbel erklingt, die Polizeigarde tritt auf und präsentiert die US-Flagge. Wenn Acron zum Spatenstich lädt, wird gross angerichtet. Und zu Ehren des Schweizer Unternehmens wird gar der Schweizer Psalm gesungen – zeitweise etwas übertönt vom Fluglärm. Denn das Hotel soll genau in der Anflugschneise des Flughafens mit dem weltweit grössten Passagieraufkommen zu stehen kommen: Atlanta.

Das Hotel entsteht in Zusammenarbeit mit Porsche – denn der deutsche Autobauer hat auf dem Gelände seinen US-Hauptsitz und beitreibt auch eine Teststrecke, auf der wohlhabende Kunden verschiedene Porsche-Modelle ausprobieren können. Ein lautes Umfeld für ein Luxushotel. Im Gebäude werde man davon nicht viel hören, verspricht Geschäftsführer André Lagler: «Wir werden das ruhigste Hotel am Flughafen sein.»

Schweizer Firma mit deutschen Wurzeln

Visualisierung des Hotels.

Bildlegende: 214 Zimmer. 5 Sterne. So soll das Luxushotel dereinst aussehen. zvg

Die rund 53 Millionen Dollar für die Finanzierung habe man innert weniger Wochen beisammen gehabt. Den Grossinvestoren stellt Acron Traumrenditen von mehr als 20 Prozent in Aussicht. «Wir laden die Investoren ein, zu Beginn zu investieren – zu einem Zeitpunkt, wo wir eine grüne Wiese haben», sagt Fimen-Patron Klaus Bender. «Unsere Investoren vertrauen uns, dass wir den Deal auch zustandebringen.»

Acron investiert weltweit in Immobiliengeschäfte, darunter auch in Hotels. Zu den prominentesten Investments gehört das Radisson-Hotel am Flughafen Zürich. Der Deutsche Klaus Bender gründete das Unternehmen im Jahr 1981.

Knallharte Steueroptimierungen

Zum Erfolgsrezept von Acron gehören verschachtelte Firmenkonstrukte, die grösstmögliche Steuervorteile ermöglichen sollen. Solche Tricks geraten zunehmend in Verruf. Doch Bender hat damit kein Problem: «Ein Schweizer möchte zum Beispiel nicht gerne in Amerika investieren, wenn er das Risiko der Erbschaftssteuer hat. Also machen wir eine Konstruktion, dass wir das Risiko ausschliessen können. Das machen wir seit 30 Jahren, insofern haben wir da eine gewisse Erfahrung.»

Klaus Bender im Interview.

Bildlegende: Hat «eine gewisse Erfahrung» mit Firmenkonstrukten: Acron-Gründer Klaus Bender. SRF

Firmenkonstrukte? Steueroptimierungen? Am Tag vor dem Spatenstich sind die «Panama Papers» an die Weltöffentlichkeit gelangt. Klaus Bender weist einen Zusammenhang von sich: «Unsere Investoren haben ausschliesslich in eine Schweizer Aktiengesellschaft investiert. Es ist alles transparent. Wir haben Namensaktien, das heisst wir haben ein Aktionärsregister, der Steuerbehörde gegenüber offengelegt. Da macht sich keiner eine Mühe, das zu hacken.»

Der Unternehmer plant bereits ein weiteres Grossprojekt in den USA: Am Pier von Chicago soll ein Luxushotel für rund 93 Millonen US-Dollar entstehen. Investoren werden noch gesucht.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Die hochfliegenden US-Pläne des Schweizer Unternehmens Acron

    Aus ECO vom 11.4.2016

    Tiefe Margen und Minuszinsen – für Klaus Bender, den selbstbewussten Patron des Schweizer Unternehmens Acron, sind sie kein Thema. Er stellt Investoren Traumrenditen von mehr als 20 Prozent in Aussicht. Acron investiert in Hotelprojekte in der Schweiz und im Ausland. Jetzt baut das Unternehmen in der Anflugschneise des Mega-Flughafens von Atlanta ein Luxushotel für rund 53 Millionen Dollar. Die Rechnung soll auch dank aggressiver Steueroptimierung und verschachtelten Firmenkonstrukten aufgehen. «ECO» fragte beim Spatenstich in Atlanta kritisch nach.

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