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Preiskampf unter Skigebieten Ski-Abonnemente in der Schweiz werden immer billiger

Preissenkungen oder flexible Tarife sind Trumpf. Ob es sich für die Skigebiete rentiert, zeigt sich erst Ende Saison.

Legende: Video Skigebiete in der Schweiz senken die Preise abspielen. Laufzeit 2:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.12.2017.

In den Bergen herrscht Postkartenwetter. Und so verbringen viele die Weihnachtsfeiertage in Wintersportgebieten, die dieses Jahr deutlich günstiger geworden sind. Seit im Oberwalliser Saastal im vergangenen Winter mit der «Wintercard» ein massiv günstigeres Saisonabo lanciert worden ist, sind die Preise in vielen anderen Skigebieten der Schweiz für diese Wintersaison ebenfalls zurückgegangen.

So bietet etwa das Skigebiet Stoos (SZ) ein Familien-Kombi-Abonnement zu 50 Prozent günstiger an als in der letzten Saison. Im Skigebiet Andermatt-Sedrun gelten ab diesem Winter für Tageskarten flexible Preise – abhängig vom Wetter oder vom Wochentag.

Die Idee mit den Preissenkungen zieht Kreise. In der Westschweiz wurde der «Magic Pass» lanciert: In rund zwei Dutzend grösseren und kleineren Wintersportstationen im Berner und Freiburger Oberland können 1000 Kilometer Skipisten frei benutzt werden. Sie wurden im Frühling mit 75 Prozent Rabatt verkauft.

Schweizer Karte mit Skigebieten, die Rabatte anbieten.
Legende: Viele Skistationen in der ganzen Schweiz ziehen bei den Rabattaktionen nach. SRF

Vorverkauf und dynamische Preise

In die Branche sei tatsächlich Bewegung gekommen, sagt Andreas Deuber, Dozent für Tourismus und Freizeit an der HTW Chur: «Die Bergbahnen hatten lange unbewegliche Preismodelle. Heute gibt es zwei Ansätze: Man versucht die Risiken wegen des Wetters und der Schneeverhältnisse zu minimieren und verkauft die Abonnemente möglichst früh im Jahr. Oder man setzt die Preise dynamisch fest, je nach erwarteter Nachfrage.»

Andreas Deuber.
Legende: Andreas Deuber, Dozent für Tourismus und Freizeit an der HTW Chur. SRF

Aber der Preiskampf unter den Skigebieten ist auch eine problematische Entwicklung, sagt Deuber. Denn die Bergbahnen seien heute schon nicht genügend rentabel. «Man weiss, dass etwas zwei Drittel der Bahnen zu wenig Geld verdienen, um investitionsfähig bleiben zu können. Die Margen werden immer knapper und die Anzahl Bahnen mit negativen Ergebnissen wird zunehmen.»

Die Skistationen geben an, dass sie für diese Saison im Vorverkauf deutlich mehr Abonnemente verkauft haben, als erwartet. Ob die Rechnung für die Skigebiete trotz günstigeren Tickets aufgeht, wird sich erst Ende der Saison zeigen.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Waldeck (kdwbz)
    Ich denke mit tieferen Preisen allein ist diesem strukturellen Problem nicht beizukommen. In den vergangenen Jahren wurden in vielen Skigebieten die Preise (Skipass , Hotel, Restaurants) immer weiter angehoben und damit die Kunden (besonders Familien) langsam aber sicher vertrieben. Entweder wurden dann günstigere Destinationen bevorzugt oder der Skisport durch andere Ferien (günstige Flugpreise) abgelösst. Ein Wiederbeginn kommt häufig wegen der teuren (Neu-)Ausrüstung nicht mehr in Frage.
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  • Kommentar von Tim Luethi (timluethi)
    Früher waren die Pistenfahrzeuge nur nach Neuschnee aktiv, heute muss jeden Tag jede Piste wieder plattgewalzt werden, weil die Skifahrer von heute keine Buckeln mehr fahren können und nur noch runterbrettern wollen. Dies ist einer der grössten Kostenfaktoren für jedes Skigebiet heutzutage und ist zudem alles andere als ökologisch.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Es ist nicht dass die Skifahrer nicht Buckel fahren können. Der Skisport hat sich gewandelt und ist athletischer geworden mit dem Carving. Dass Carving in den Buckeln nicht so einfach ist, wissen Sie sicher auch. Wer gern Buckel fährt hat jedoch auch heute an vielen Orten genügend Auswahl: Titlis, Portes du Soleil, Zermatt, ......usw
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  • Kommentar von Yves Burkhardt (YB)
    Zum Glück darf ich auf dem Stoos skifahren, da hat sich der Verwaltungsrat der Stossbahnen AG in den letzten 20 Jahren ganz gewaltig ehrenamtlich und finanziell mit den Aktionären engagiert und vorallem ein super familiäres Skigebiet geschaffen. Danke vielmals dafür. Und mit Schnäppchen hat dies, wie im Beitrag der Tagesschau suggeriert, rein gar nichts zu tun, sondern mit Fairness und Respekt verbunden mit der Möglichkeit, ganzen Familien Schneesport, Bewegung und frische Luft zu ermöglichen.
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