Raiffeisen-Banken weiter im Aufwind

Der Bankengruppe Raiffeisen läuft es gut: Im ersten Halbjahr erhöhte sie den Gewinn um über 10 Prozent, die verwalteten Vermögen nahmen um fast 2 Prozent zu. Zugleich stiegen die ausgegebenen Hypotheken auf total fast 140 Milliarden Franken.

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Raiffeisen steigert Marktanteil

1:01 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.8.2013

Die Bankengruppe Raiffeisen hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 369 Millionen Franken und damit 11 Prozent mehr als in der entsprechenden Periode des Vorjahres.

Ertrag steigt stärker als die Kosten

Vor allem im Retailbanking habe sich die Belebung der Finanzmärkte positiv ausgewirkt, teilte die drittgrösste Schweizer Bank mit. Das Kommissionsgeschäft legte um 8 Millionen Franken zu. Der Zinserfolg stieg derweil um 12 Millionen Franken. Insgesamt legte der Betriebsertrag mit 1,5 Prozent (auf 1,38 Milliarden Franken) mehr als doppelt so stark zu wie der Aufwand, der um 0,7 Prozent auf 847 Millionen Franken anwuchs.

Per Ende Juni verwaltete Raiffeisen Vermögen im Umfang von 176 Milliarden Franken und damit 1,8 Prozent mehr als noch Ende 2012. Das Unternehmen führte den Zuwachs vor allem auf den Anstieg der Spargelder zurück.

Fast 140 Milliarden Franken Hypotheken

Im ersten Halbjahr 2013 schloss jeder sechste Käufer eines Hauses oder einer Wohnung seine Hypothek bei Raiffeisen ab. Die Gesamtsumme der ausgegebenen Hypotheken beträgt fast 140 Milliarden Franken. Raiffeisen betont: Man habe die Risiken im Hypothekengeschäft voll im Griff.

Dennoch hat die Ratingagentur Moody's Raiffeisen in ihren Ratings kürzlich zurückgestuft. Doch Raiffeisen ficht das nicht an. Bei weniger als einem Fünftelprozent des Kreditvolumens müsse aktuell mit einem Ausfall gerechnet werden. Dank der vielen Kundengelder habe man genügend Polster, heisst es seitens der Bank.

Vincenz: Anträge sorgfältig prüfen

Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz zeigt sich gegenüber SRF überzeugt, dass seine Bankengruppe keineswegs zu grosse Risiken eingehe. Er betont die dezentrale Organisation mit 320 selbständigen Banken. «Ich bin überzeugt, wir sind in der Lage, im Einzelfall zu entscheiden, eine Kreditvergabe zu machen oder nicht.»

Die Berechnungsmodelle seien so ausgelegt, dass der Hypotheken-Nehmer auch bei einem Zins von 5 Prozent nicht in Probleme käme. Zudem liege die durchschnittliche Höhe der Hypotheken bei nur rund 350'000 Franken und 90 Prozent der ausgegebenen Darlehen seien Festhypotheken, so Vincenz. Aber natürlich sei seine Bank gefordert, bei jeder Prüfung eines Hypotheken-Antrages vorsichtig zu sein.

Für das zweite Halbjahr sieht sich Raiffeisen auf Kurs. Falls «keine grösseren Überraschungen in der konjunkturellen Entwicklung oder auf den Finanzmärkten eintreten», erwartet sie für das Gesamtjahr ein höheres Ergebnis als 2012.