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Wirtschaft Raiffeisen-Chef: Bankgeheimnis auch im Inland ein Auslaufmodell

Das Bankgeheimnis ist mit dem automatischen Informationsaustausch international schon gefallen, nun geht es dem nationalen an den Kragen. Das glaubt zumindest Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz. Er hatte schon den Fall des internationalen Bankgeheimnisses vorausgesagt.

Porträt von Pierin Vincenz.
Legende: Voraussicht oder Fehleinschätzung? Pierin Vincenz warnt vor dem Ende des Bankgeheimnisses. Keystone

«Die Schweiz darf auch für Schweizer kein Hort für unversteuertes Geld sein», sagt Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Auf die Frage, ob das Bankgeheimnis im Inland Bestand haben könne, sagte er: «Es wird nicht machbar sein, ein internationales Konzept wie den automatischen Informationsaustausch in der Schweiz nicht anzuwenden.»

Allerdings müsse «die finanzielle Privatsphäre geschützt» bleiben, sagte Vincenz weiter. Er gehe davon aus, dass bei den Banken noch einiges Geld von Inländern liege, auf das in der Vergangenheit keinen Steuern gezahlt worden sei. Um das zu ändern, müsse über Amnestien oder Selbstanzeigen diskutiert werden. Die Idee stösst in der Politik bisher auf breite Ablehnung.

Vincenz machte vor zwei Jahren von sich reden, als er im Gegensatz zu grossen Teilen des Finanzplatzes forderte, die Schweiz solle international über den automatischen Informationsaustausch verhandeln.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Frei, Wettingen
    Wenn das Bankgeheimnis im Inland ein Auslaufmodell ist, dann ist auch unser System zur Versteuerung von Bankguthaben ein Auslaufmodell. Leicht unterläuft ein Flüchtigkeitsfehler beim Wertschriftenverzeichnis. Wenn schon das Steueramt seine Nase direkt in den Konti hat, dann soll man die Versteuerung einfacher machen. In Österriech beispielsweise wird 25% "Kapitalertragssteuer" abgezogen, welche alle Arten von Steuern einschliesst, also Einkommens-, Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuer.
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  • Kommentar von Alex Kramer, ZH
    Ich habe noch nie von einem Bankgeheimnis profitiert. Die Kontenauszüge sind wegen der Verrechnungssteuer immer an das Steueramt weitergeleitet worden. Eventuell bin ich ja zu ehrlich und demzufolge der Depp, dem das Steueramt auch noch die kliensten Abzüge streitig macht. Aber eben, die CH hat ja eine Affinität für Kohle ohne Herkunftsnachweis. Aber dann national jammern, wenn es der CS wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung an den Kragen geht?
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  • Kommentar von Rolf Michel, 1723 Marly
    Nach Basler Kantonalbank und Bank Coop nun auch die Raiffeisen .... mal sehen, wann die ihr Fähnchen wieder in den Wind drehen ...
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