Raiffeisen: Mehr Gewinn, mehr Aufwand

Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist zufrieden. Die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz hat im letzten Jahr ihren Gewinn deutlich gesteigert. Sie verdiente insgesamt 635 Millionen Franken.

Die Raiffeisengruppe legt kräftig zu. Im abgelaufenen Jahr erwirtschaftete die Raiffeisen-Gruppe 635 Millionen Franken mehr Gewinn als im Vorjahr. Daneben flossen ihr 11,4 Prozent neue Kundengelder zu. Dieser Posten beläuft sich nun auf 103 Milliarden Franken.

Starker Zufluss von Kundengeldern Die Spar- und Anlagegelder von Raiffeisen nahmen um 11,4 Prozent auf 103,1 Milliarden Franken zu. Raiffeisen

Auf der anderen Seite stieg der Geschäftsaufwand um 17,4 Prozent auf 1,7 Milliarden an. Den höheren Aufwand erklärt Raiffeisen zum einen mit der 80 Millionen Franken teuren Umstellung ihrer Pensionskasse. Zum anderen ist neu auch der Geschäftsaufwand von Notenstein berücksichtigt.

Die von Raiffeisen für 577 Millionen Franken gekaufte Privatbank Notenstein hat bei Raiffeisen «gut angedockt». Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz zeigte sich zufrieden damit, dass Notenstein die verwalteten Vermögen halten konnte. «Im ersten Halbjahr sind in der Unsicherheitsphase Gelder abgeflossen. Doch in der zweiten Jahreshälfte sind uns bereits wieder neue Gelder zugeflossen», sagt Raiffeisen-Chef Vincenz im SRF-Interview.

Anfang 2012 hatte die Raiffeisen-Gruppe die nicht-amerikanischen Aktivitäten der St. Galler Privatbank Wegelin gekauft. Diese wurden in die neue Bank Notenstein überführt, welche im vergangenen Jahr 21 Milliarden Franken verwaltete.

Immobilien-Boom mit Risiko

Ein wichtiges Geschäft der Raiffeisen-Gruppe sind die Hypotheken. 2012 stiegen die Hypothekarausleihungen  auf 136 Milliarden Franken an, was einer Zunahme von 5,8 Prozent entspricht. Ein Geschäft mit Risiken, angesichts der steigenden Preise auf dem Immobilienmarkt. Konzernchef Pierin Vincenz sagt zu SRF: «Wir sind uns der Risiken in diesem Geschäft bewusst und entsprechend vorsichtig».

Hypothekargeschäft der Raiffeisen Der Marktanteil der Raiffeisen-Bank im Schweizer Hypothekargeschäft ist in den letzten Jahren von 14.7 Prozent (2008) auf 16.2 Prozent (2012) gewachsen. Raiffeisen

Raiffeisen in Zahlen

Zur Raiffeisen Gruppe gehören 321 genossenschaftlich organisierte Banken mit 1084 Bankstellen. Nach eigenen Angaben verfügt die Gruppe 3,7 Millionen Kunden, davon 1,8 Millionen Genossenschafter.