Razzien an mehreren Volkswagen-Standorten

Die deutschen Justizbehörden haben wegen der Abgas-Affäre bei Volkswagen Durchsuchungen in Wolfsburg und in anderen Orten gestartet. Ziel sei die Sicherstellung von Unterlagen und Datenträgern gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit.

Ein Garagist kontrolliert mit einem Computer die Werte eines TDI-Motors.

Bildlegende: VW hat vor drei Wochen eingeräumt, mit einem Computerprogramm die Abgaswerte bei Dieselwagen manipuliert zu haben. Keystone

Im Zuge der Untersuchungen zum Abgas-Skandal bei Volkswagen hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig Durchsuchungen in Wolfsburg und an anderen VW-Standorten durchgeführt.

Deren Ziel war laut einer Mitteilung die Sicherstellung von Unterlagen und Datenträgern, die die Vorgehensweise bei der illegalen Manipulation von Abgaswerten belegen. Ausserdem hofft die Staatsanwaltschaft, Beteiligte und Verantwortliche identifizieren zu können. An der Durchsuchung waren drei Staatsanwälte und Mitarbeiter des Landeskriminalamtes beteiligt.

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Wirtschaftsminister Gabriel fordert mehr Transparenz

0:24 min, vom 8.10.2015

Volkswagen will Staatsanwaltschaft unterstützen

«Wir werden die Staatsanwaltschaft bei der Ermittlung des Sachverhaltes und der verantwortlichen Personen nach besten Kräften unterstützen», sagte ein VW-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Im VW-Stammwerk in Wolfsburg sei den Ermittlern eine umfassende Dokumentensammlung übergeben worden. Volkswagen werde die Staatsanwaltschaft bei der Ermittlung des Sachverhaltes und der verantwortlichen Personen nach besten Kräften unterstützen.

Die Ermittlungen dienten schliesslich «einer unverzüglichen und vollständigen Aufklärung, an der Volkswagen hohes Interesse hat.» VW selbst hatte am 23. September Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig erstattet.

Europas grösster Autokonzern hatte vor drei Wochen eingeräumt, mit einem Computerprogramm die Abgaswerte bei Dieselwagen manipuliert zu haben. Von den weltweit rund elf Millionen betroffenen Fahrzeugen sind laut VW etwa acht Millionen in der EU zugelassen, davon 2,8 Millionen in Deutschland. Dem Konzern drohen wegen der Manipulationen Strafzahlungen und Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Abgas-Tricks

    Aus Rundschau vom 7.10.2015

    Der VW-Skandal platzt mitten in eine politisch brisante Phase: In diesen Monaten werden in Brüssel die neuen Messmethoden für künftige Abgaswerte festgelegt. Rundschau-Recherchen zeigen: Die EU-Klimaziele existieren primär auf dem Papier. Denn die Autoindustrie ist daran, die neuen, strengeren Abgas-Tests abzuschwächen, so dass die Labor-Werte weiterhin markant vom tatsächlichen Ausstoss der Neuwagen abweichen könnten.

  • VW Rückruf

    Aus Tagesschau vom 7.10.2015

    Die Rückrufaktion für manipulierte VW-Fahrzeuge beginnt im Januar 2016. Eine neue Software wird in den Autos installiert und teilweise werden die Injektoren und Katalysatoren ersetzt.