Regionalbanken sollten mehr tun für bleibenden Erfolg

Den Regionalbanken, die sich um kleine Kunden kümmern, geht es gar nicht so schlecht: Das Geschäft mit Sparkonti und Co. läuft, zeigt eine Studie der Hochschule Luzern. Doch diese sogenannten Retail-Banken tun zum Teil zu wenig dafür, dass das auch so bleibt.

Schild der Freiburger Kantonalbank

Bildlegende: Kleine Banken sollten laut einer Studie ihre Kunden pflegen. Keystone

Ein Blick auf die Erträge der Schweizer Banken zeigt: Jeder dritte Franken stammt aus dem Geschäft mit kleinen Kunden. Ein Sparkonto verwalten, Ein- und Auszahlungen tätigen, mit EC- oder Mastercard bezahlen, ein Fonds-Konto aufsetzen, oder auch mal eine Hypothek abschliessen. Dieses Retail-Geschäft läuft solide.

Es könnte allerdings zusehends anspruchsvoller werden für die Banken, ist Andreas Dietrich, Professor an der Hochschule Luzern überzeugt: Denn – wie im übrigen Bankgeschäft – ist auch beim Geschäft mit den kleinen Kunden der Kostendruck grösser geworden.

Schärfere Regulierungen

Die Regulierung wurde in den letzten Jahren verschärft, der Kampf um Kunden hat zugenommen. Kommt hinzu, dass die Zinsen derzeit rekordtief sind. Das erschwert den Banken, das Geld ihrer Kunden gewinnbringend anzulegen.

Andreas Dietrich hat für seine Studie 88 Retail-Banken untersucht und 150 Geschäftsleitungsmitglieder befragt. Der Fachmann befürchtet, die Retail-Banken könnten wegen all der Herausforderungen zu stark mit sich selbst beschäftigt sein. Etwa damit, interne Sparprogramme durchzupauken und die Kosten auf ein Minimum zu senken.

Zudem würden die Bank-Chefs zu wenig nach neuen Geschäftsfeldern suchen: Online-Bankings, etwa um Zahlungen auf dem privaten Smartphone oder dem Tablet-Computer zu tätigen.

IT-Lösungen immer wichtiger für Kunden

Online-Banking bieten noch immer nicht alle Geldhäuser an. Dabei werden moderne IT-Lösungen immer wichtiger für die Kunden. Einige Banken bieten gar Computer-Programme an, mit denen ihre Kunden ihre privaten Budgetposten, ihre Einnahmen und Ausgaben verwalten können, und sich warnen lassen können, wenn sie ihr Haushaltsbudget übermässig strapazieren.

Hier tun viele Banken noch z uwenig, ist der Professor der Hochschule Luzern überzeugt. Denn mit der Treue der Kundschaft ist das andernfalls nämlich so eine Sache im Bankgeschäft: Sie hat in den letzten Jahren abgenommen. Nur wer topaktuell bleibe und den Kunden die neusten Bank-Produkte anbiete, werde im Kampf um Kunden erfolgreich sein – und bleiben.