Rekordgewinn: Amazons Expansionsstrategie zahlt sich aus

Der weltgrösste Onlinehändler Amazon erzielt im ersten Quartal dank dem boomenden Geschäft mit Cloud-Diensten einen Rekordgewinn von 513 Millionen Dollar. Das ist fast doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Jeff Bezos' Expansionskurs zahlt sich zunehmend aus.

Der weltgrösste Onlinehändler Amazon erzielte im ersten Quartal 2016 einen Rekordgewinn von 523 Millionen Dollar. Das ist nahezu doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 29,1 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal hatte Amazon noch 57 Millionen Dollar verloren.

Im Wachstumsmarkt Cloud Computing vor Google und Microsoft

Als besonders ertragsreiche Sparte erwies sich erneut die Cloud-Sparte AWS. Bei einem Umsatz von gut 2,5 Milliarden Dollar fuhr sie einen operativen Gewinn von 604 Millionen ein. Der Umsatz der Sparte sprang damit im Jahresvergleich um 64 Prozent hoch und der operative Gewinn wurde mehr als verdreifacht.

Amazon bietet Unternehmen Rechenleistung aus dem Netz, viele Start-ups und auch etablierte Firmen greifen auf Cloud-Dienste von AWS zurück. Branchenexperten zufolge liegt der US-Konzern in diesem schnell wachsenden Zukunftsmarkt deutlich vor Rivalen wie Google und Microsoft.

Expansionsstrategie zahlt sich zunehmend aus

Der Expansionskurs von Amazon-Chef Jeff Bezos zahlt sich damit immer stärker aus. In den vergangenen Jahren hatte Amazon Milliarden in die Entwicklung des Geschäfts und in neue Produkte wie Smartphones, Tablets, Videos, eigene Filme sowie Spiele investiert.

Bezos mit Sonnenbrille

Bildlegende: Amazon-Gründer und -CEO Jeff Bezos investierte stets viel in neue Geschäftsfelder. Das zahlt sich nun zunehmend aus. Reuters

Viel Gelder wanderte auch in den Ausbau des
Cloud-Angebots und der eigenen Lkw-Flotte. Bestenfalls blieben so schmale Gewinne übrig. Immer wieder schrieb der Onlinegigant gar rote Zahlen. Für Investoren ist schon der zweite hohe Überschuss in Folge ungewöhnlich.

Dieser Kurs hatte Amazon Kritik von Investoren eingebracht. Nun sorgen die neusten Zahlen für Beruhigung unter den Anlegern. Zumal zuletzt Technologiegiganten wie Apple, Microsoft und Intel mit enttäuschenden Zahlen Sorgen vor einem grösseren Schwächeanfall der Branche schürten.

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    Aus 10vor10 vom 20.4.2016

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    Wer online einkauft, bestellt nicht selten beim Online-Händler Amazon. Die Reportage aus einem Verteilzentrum bei Berlin zeigt den Konflikt in einer Arbeitswelt, in der die Kunden um jeden Preis glücklich gemacht werden sollen. Nicht immer zur Freude der Arbeitnehmer.