Riesiger SBB-Schuldenberg steigt weiter

Seit drei Jahren steigen die verzinslichen Schulden der SBB konstant. Bis 2016 dürften sie von aktuell 7.7 auf über 9 Milliarden Franken steigen, wie SBB-Konzernchef Andreas Meyer im Interview mit «ECO» vorrechnet. Dabei überschreitet die SBB die Verschuldungs-Obergrenze schon heute.

SBB-Chef Andreas Meyer steht vor einem Zug

Bildlegende: Die Schulden der SBB steigen weiter, wie Konzernchef Andreas Meyer bestätigt. Keystone

7,7 Milliarden Franken: So hoch war die verzinsliche Nettoverschuldung der SBB im vergangenen Jahr. Sie wird weiter steigen: «Wir werden in Richtung 9 Milliarden gehen, das ist auch so mit dem Bund vereinbart», sagt SBB-Konzernchef im Interview mit «ECO». Auf die Frage, ob das schon 2016 der Fall sein wird, sagt Meyer: «Das kann 2016 der Fall sein, ja».

Mehr Schulden als der Bundesrat erlaubt

Damit entfernt sich die SBB weiter von der zulässigen Verschuldungs-Obergrenze, welche ihr der Bundesrat setzt. Dieser zufolge darf die verzinsliche Nettoverschuldung maximal das 6.5-fache des operativen Gewinns (Ebitda) betragen. Den Ebitda weist die SBB gegenüber «ECO» nun erstmals aus, bislang war er weder im Geschäftsbericht aufgeführt, noch gab die SBB Auskunft dazu. Aktuell liegt der Ebitda bei 1,149 Milliarden Franken. Total dürfte die verzinsliche Nettoverschuldung der SBB also bei 7,4 Milliarden Franken liegen – sie liegt mit den erwähnten 7,7 Milliarden Franken heute schon darüber.

Meyer begründet die steigende Verschuldung mit zusätzlichen Belastungen in den nächsten Jahren. Die SBB werde alleine bis 2016 eine halbe Milliarde Franken in die Infrastruktur investieren – Kosten für Unterhaltsleistungen, welche der Bund nicht deckt.

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