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Schweizer Pharma im Plus Roche macht fast 10 Milliarden Gewinn

Legende: Video Severin Schwan legt gute Jahreszahlen vor abspielen. Laufzeit 2:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.02.2017.
  • Der Schweizer Pharma-Konzern Roche hat im Geschäftsjahr 2016 den Gewinn um sieben Prozent gesteigert.
  • Unter dem Strich verdiente der Pharma-Riese 9,73 Milliarden Franken.
  • Die Konzernverkäufe zogen um 5 Prozent auf 50,58 Milliarden Franken an.
  • Die Dividende soll auf 8,20 Franken (von 8,10 für 2015) erhöht werden.
  • Roche dementiert Medienberichte, dass man sich vom Diabetes Care Geschäft trenne.

Roche hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 gehalten, was zuvor versprochen worden war. Der Gesamt-Umsatz stieg auf 50,58 Milliarden Franken. Mit konstanten Wechselkursen berechnet, nahm auch der operative Kerngewinn um vier Prozent auf 18,42 Milliarden Franken zu.

Dahinter stecken vor allem starke Krebsmittel wie Perjeta und Herceptin gegen Brustkrebs oder Actemra zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Weniger gut als auch schon verkaufen sich dagegen das Augenheilmittel Lucentis sowie die Krebsmedikamente Avastin und Tarceva. Als Grund nennt Roche die stärkere Konkurrenz.

Nach Einschätzung des SRF-Wirtschaftsredaktors Massimo Agostinis steht Roche im Vergleich zum Konkurrenten Novartis sehr gut da. Allein im letzten Jahr konnte Roche vier neue Medikamente auf den Markt bringen - so viele wie noch nie in der Geschichte des Konzerns. Die Pipeline ist mit zwei baldigen Neulancierungen und 10 laufenden Projekten gut gefüllt.

CEO-Lohn sinkt – auf 11,6 Millionen Franken

Beim Konzerngewinn weist Roche 9,73 Milliarden Franken aus – ein Zuwachs um sieben Prozent. Für die Aktionäre sind das gute Nachrichten. Die Dividende soll auf 8,20 Franken von 8,10 Franken im Jahr 2015 erhöht werden. Dies ist die 30. Dividendenerhöhung in Folge.

Ein bisschen weniger als im Vorjahr wird dagegen Roche-Chef Severin Schwan erhalten. Sein Salär beläuft sich aber immer noch auf 11,6 Millionen Franken.

Analysten leicht enttäuscht

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Roche die eigene Guidance erreicht. Die Analysten-Erwartungen wurden dagegen nicht ganz erfüllt. Experten hatten im Durchschnitt einen Gruppen-Umsatz von 50,8 Milliarden Franken prognostiziert.

Beim Blick nach vorne auf 2017 zeigt sich Roche gewohnt zurückhaltend. So soll der Umsatz zu konstanten Wechselkursen im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich ansteigen. Zudem wird ein Wachstum des Kerngewinns je Titel zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das weitgehend dem Verkaufswachstum entspricht. Roche ist bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken erneut weiter zu erhöhen.

Diabetes-Geschäft bleibt bei Roche

Roche will derweil am Diabetes Care Geschäft festhalten und dementiert damit entsprechende Medienberichte vom Vorabend. Bloomberg hatte am Dienstagabend unter Berufung auf Kreise berichtet, der Pharmakonzern erwäge einen Teilverkauf oder auch einen kompletten Verkauf der Sparte.

Roche-Ergebnis im Detail

Roche-Ergebnis im Detail
Die gewichtige Pharma-Sparte steuerte mit 39,10 Milliarden Franken (+5 Prozent; +3 Prozent zu konstanten Wechselkursen [kWk]) erneut den Löwenanteil zum Gruppenumsatz bei. Getragen sei das Wachstum durch Perjeta, Herceptin und Actemra / RoActemra.
Die tieferen Umsätze bei Pegasys, Tarceva und Lucentis hätten sich dagegen negativ auf das Wachstum ausgewirkt.
Die Diagnostika-Sparte konnte ihren Umsatz um 6 Prozent auf 11,47 Milliarden Franken (+7 Prozent zu kWk) steigern.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Das schlimmste für Roche wäre eine gesunde Bevölkerung mit wenig Diabetes und Krebs! Meine Freude über deren Arbeitsplätze und Gewinn stimmt mich nicht wirklich glücklich, eher nachdenklich.
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  • Kommentar von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
    Ist doch super, da macht die Roche mit ihren weltweiten Aktivitäten 10 Milliarden Gewinn, und der Schweizer Staat kassiert davon ein Viertel über Steuern ein. Das ist doch ein Supergeschäft ! Man muss sich das mal vorstellen, das Mikroland Schweiz mit einem Tausendstel der Weltbevölkerung kassiert einen Teil des Gewinns, den Roche mit ebendieser Weltbevölkerung macht. Und dazu gibt's noch einen Haufen Arbeitsplätze mit hohen Löhnen. Ist doch ein Spitzendeal für unser Steuerämter, oder nicht ?
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  • Kommentar von Bernd Kulawik (Bernd K.)
    Ich schlage eine Korrektur der Überschrift vor: "Skrupellose Geschäftemacher plündern auf lebensnotwendige Medikamente angewiesene wehrlose Menschen um 10 Mrd. mehr aus als im Jahr zuvor" – Ok, das ist etwas lang, aber ein Redakteur kann das sicher ohne Sinnverlust kürzen, oder? – Einfach widerlich, diese Schmarotzer! Übrigens wird ca. die Hälfte der Pharma-Investitionen in Werbung (und Bestechung) investiert, die andere angeblich in Forschung – oft unterstützt von der KTI mit Steuergeldern.
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