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Wirtschaft Russische Zentralbank versucht Rubel-Talfahrt zu bremsen

Massive Interventionen am Devisenmarkt sollen den Rubelkurs stützen. Doch die Landeswährung sank trotzdem auf ein Rekordtief zum Euro.

Passanten in Moskau vor einer Tafel mit Rubelkursen
Legende: Passanten in Moskau vor einer Tafel mit Rubelkursen. (Archivbild) Keystone

Russlands Zentralbank hat die Talfahrt des Rubels jüngst mit massiven Interventionen am Devisenmarkt abzubremsen versucht.

Wie Notenbankchefin Elvira Nabiullina einräumte, nahm sie dafür binnen zehn Tagen rund sechs Milliarden Dollar in die Hand. «Wir stützen den Rubelkurs derzeit, indem wir unsere Devisenreserven anzapfen», sagte sie in der Parlamentskammer Duma.

Absinken trotz Stützungsaktionen

Trotz dieser Stützungsaktionen sank die Landeswährung im Vormittagshandel auf ein Rekordtief zum Euro.

Russland hütete noch Anfang des Monats einen Schatz von Gold und Devisen im Wert von 454,7 Mrd. Dollar. Im nächsten Jahr will die Notenbank verstärkt dazu übergehen, den Wechselkurs den Marktkräften zu überlassen.

Sie will dann nur noch von Fall zu Fall intervenieren – insbesondere, wenn die Finanzstabilität bedroht ist.

Der Rubel hat im Zuge der Ukraine-Krise in diesem Jahr bereits rund 18 Prozent an Wert gegenüber dem Dollar eingebüsst. Wegen der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt hat der Westen gegen das Land Sanktionen verhängt, die in den vergangenen Monaten den Aktienmarkt des Schwellenlandes belasteten und mit zum Kursverfall des Rubels beitrugen.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Wolfgang Blum, Basel
    Die russische Politik hat schon vor längerem angekündigt, dass sie die volle Konvertibilität des Rubels anstrebt und damit einen freien Wechselkurs als Ziel formuliert. Seitdem die amerikanische Notenbank Fed mit dem schrittweisen Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik Ernst macht, ziehen Investoren spekulatives Kapital zurück. Die kontinuierliche Abwertung des Rubels seit Frühjahr 2013 war somit vorhersehbar. Hat nichts mit den Sanktionen zu tun!
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