«Samsung muss sich den Platz am Handgelenk hart erkämpfen»

Als erstes Grossunternehmen im Smartphone-Geschäft lanciert Samsung ein High-Tech-Gerät für das Handgelenk: «Galaxy Gear» heisst die Uhr. SRF News Online sprach mit einem Experten über die neuen Möglichkeiten: Den Siegeszug von Smartphones und Tablets wird es nicht übertreffen.

Bild der Smartwatch Galaxy Gear

Bildlegende: Die Uhr, mit der man telefonieren kann: Die Galaxy Gear aus dem Hause Samsung hat das Licht der Welt erblickt. Reuters

Samsung ist Apples schärfster Konkurrent im Smartphone-Geschäft. Nun übernimmt das südkoreanische Unternehmen gar die Führung: Galaxy Gear heisst die neue Wunderwaffe. Hinter dem Namen versteckt sich die erste Smartwatch, die ein grosses Unternehmen im Smartphone-Geschäft lanciert.

Smartwatches gibt es bereits auf dem Markt. Doch was ist an dem Gerät speziell? «Beobachter gehen davon aus, dass Samsung in der Lage sein wird, die Smartwatch erfolgreich auf den Markt zu bringen», sagt Lucius Müller von der SRF-Digital-Redaktion. Müller weist allerdings darauf hin: «So gesehen muss die erste Smartwatch nicht zwingend die Beste sein.»

Fernbedienung fürs Handy

Das Galaxy Gear ist als Begleiter für Samsung Smartphones konzipiert. Die Uhr zeigt auf ihrem 1,63 Zoll grossen Touchscreen zum Beispiel an, wenn neue Nachrichten eingehen.

Im Verschluss der Uhr sind Lautsprecher sowie ein Mikrofon versteckt. Damit kann der Nutzer auch telefonieren, ohne das Smartphone aus der Tasche zu holen. Hinzu kommen eine Kamera und Spracherkennung. «Informationen und einfache Operationen werden vom Handy ans Handgelenk ausgelagert. Es ist quasi eine Fernbedienung fürs Handy», sagt Fachredaktor Müller. Verbunden wird das Gerät via Bluetooth mit dem Handy. Allerdings funktioniert die Uhr nur in Verbindung mit Samsung-Handys.

Für den Technologie-Experten Lucius Müller ist klar: «Mit der Smartwatch geht Samsung einen wichtigen Schritt weiter. Bislang ist es das beste Gerät auf dem Markt. Zudem: der Funktionsumfang ist ungeschlagen.»

Die Diskussion im Internet

Was muss eine Uhr dieser Art können? «Im Internet hat diese Ankündigung eine Diskussion in Gang gesetzt. Kritische Beobachter bezeichnen die Galaxy Gear als Mini-Computer für das Handgelenk», sagt Müller. Die Ankündigung des Smartphone-Giganten Samsung habe wohl einen Prozess in Gang gesetzt: Man müsse nun herausfinden, welches die Merkmale einer Smartwatch seien.

Lucius Müller bezweifelt, dass die Uhr die gleichen Auswirkungen haben wird, wie der Markteintritt von Smartphones und Tablet-PC. «Mit der Uhr wird kein Gerät überflüssig. Ob die Smartwatch die Luxusuhr am Handgelenk grossflächig verdrängen wird, bezweifle ich. Samsung muss sich den Platz am Handgelenk hart erkämpfen», sagt Müller. Dennoch: Ein Markt dafür sei vorhanden, wenn auch nicht so gross wie derjenige für Smartphones und Tablet-PC.

Klar ist: Die Konkurrenz schläft nicht. In nächster Zeit werden Anbieter wie Google und Apple Smartwatches auf den Markt bringen. «Allerdings werden da andere Design-Prinzipien im Vordergrund stehen», sagt Müller. Google werde wohl die Anbindung der eigenen Online-Dienste in den Fokus stellen. «Apple ist in der Pflicht. Vom Unternehmen werden ausgereifte Produkte erwartet, die sich im Alltag bewähren», sagt Müller.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Mit der Uhr telefonieren

    Aus Tagesschau vom 5.9.2013

    Gestern hat der Smartphone-Gigant Samsung in Berlin eine sogenannte "Smartwatch" präsentiert. Eine Uhr, die mit dem Handy verbunden ist und anzeigt, wenn Emails oder SMS empfangen worden sind. Mit der Weltpremiere kam Samsung dem Rivalen Apple zuvor, der laut Gerüchten ebenfalls an einer i-Watch tüftelt.