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Wirtschaft Satte Gewinne für Schweizer Firmen

Es ist schon fast ein Ritual. Von Januar bis März veröffentlichen börsenkotierte Firmen ihre Jahresergebnisse. Nun ist die Berichtssaison fast abgeschlossen. Die Gesamtbilanz weist deutlich gesteigerte Gewinne aus, zum Wohle von Aktionären und Angestellten.

Alle erhältlichen Schweizer Banknoten: 10, 20, 50, 100, 200 und 1000 Schweizer Franken (keystone)
Legende: Über 70 Milliarden Franken konnten börsenkotierte Firmen in der Schweiz im vergangenen Jahr an Gewinnen erzielen. Keystone

Die Zahl ist astronomisch: Die börsenkotierten Firmen der Schweiz haben im vergangenen Jahr einen Gewinn von 72 Milliarden Franken gemacht, wie der Chefanalyst der Bank Vontobel, Panagiotis Spiliopoulus errechnet: «Wir erachten diese Zahl als solid. Es entspricht einem Gewinnwachstum von knapp fünf Prozent, was nach einem Gewinnwachstum von 22 Prozent in 2013 nochmals eine Steigerung darstellt.»

Das Ergebnis sei erfreulich angesichts der Tatsache, dass das Umfeld bereits im vergangenen Jahr schwierig gewesen sei.

Was geschieht mit Gewinnen?

Stellt sich die Frage, was mit dem Geld geschieht, mit den 72 Milliarden Franken. Mehr als die Hälfte von dem Gewinn, 56 Prozent, geht an die Aktionäre, in Form von Dividenden. Die Firmen haben die Ausschüttungen an die Aktionäre deutlich erhöht. «Die Schweizer Unternehmen verfügen über sehr starke Bilanzen. Man kann es sich also leisten, da eine höhere Ausschüttung zu fahren. Und nicht vergessen: Es geht keineswegs da an die Substanz. Man verfügt über ausreichend flüssige Mittel, ohne die Wachstumsoptionen des Unternehmens zu gefährden.»

Jener Teil des Gewinns, der nicht an die Aktionäre ausgeschüttet wird, bleibt im Unternehmen.

Prämien motivieren Mitarbeiter

Das Geld wird investiert, in die Forschung, in Firmenübernahmen. Es wird gebraucht, um Schulden abzubauen und letztlich profitieren auch die Angestellten. Die Arbeitsplätze sind sicherer und es gibt auch Prämien.

Martin Pfändler, Experte für Entschädigungen von der Beratungsfirma HKP: «Die Höhe dieser Prämie hängt vom Unternehmensergebnis ab. Sie hängt aber auch von der Leistung der Mitarbeiter ab. Diese Programme sind ja nicht da, um Gewinne zu verteilen, sondern sie sind da um Anreize zu bieten.» Die Prämien sollen die Angestellten motivieren.

Das vergangene Jahr hat den Schweizer Firmen hohe Gewinne beschert. Für das laufende Jahr haben sich die Aussichten angesichts der Währungsturbulenzen etwas verschlechtert.

Gewinn 2014 der fünf SMI-Schwergewichte

Unternehmen
Reingewinn 2014
Veränderung gegenüber Vorjahr
Nestlé14,5 Mrd. Fr.
+ 44,6 %
Novartis10,28 Mrd. $ (10,22 Mrd. Fr. am 31.12.14)
+ 11 %
Roche9,53 Mrd. Fr.
- 16 %
UBS3,57 Mrd. Fr.
+ 13 %
ABB2,59 Mrd. $ (2,58 Mrd. Fr. am 31.12.14)
- 7 %

13 Kommentare

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  • Kommentar von Michael A. Sperk, Schweiz
    Herzlichen Glückwunsch zu den satten Gewinnen - Jeder der den Mut und den nötigen Ehrgeiz mitbringt, kann sein eigenes Unternehmen gründen und selbst Gewinne machen. Man darf die hohen Investitionen, Fixkosten und Risiken nicht ausser Acht lassen, denn es wird immer nur der Erfolg gesehen - nicht die Rückschläge, Misserfolge und Herausforderungen. Deshalb - bleiben Sie stark, seien Sie mutig und nehmen Ihren beruflichen Erfolg selbst din die Hand. Ihr Michael A. Sperk Unternehmer
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Sofort Panik machen , den Büezer in den Schockzustand versetzen und jammern das die Lügebalken krachen . Gratisarbeit einfordern Kurarbeit und andere Steuerzückerli ohne Schamgefühl bei vollen Taschen Geld . Aber einmal dem Büezer etwas Prämie zukommen lassen -oh das können wir nicht leisten , wer weiss ob es nicht noch schlechter wird ! Dieses Gejammer hörte ich solange ich bei Firmen angestellt war - bis ich den Mut fasste, mich selbst zu vermarkten .Jeder der kann muss das auch tun !
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  • Kommentar von Sandra Herrman, stuttgart
    Man sollte vielleicht auch einmal berücksichtigen, dass börsenorientierte Unternehmen global tätig sind und es mitnichten bedeutet, dass die Gewinne Dank des schweizer Marktes erwirtschaftet wurden. :-) Ferner spielt der Wechselkurs nur bei der Konsolidierung der Teilbilanzen eine zentrale Rolle, weil durch die Wahl des Produktionsstandortes dieses Risiko minimiert werden kann. Ausserdem gilt, wenn eine Währung aufwertet, dann werden die Importe günstiger (vgl. auch Rückgang der Rohstoffpreise).
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