SBB mit weniger Gewinn im ersten Halbjahr

Im Vorjahresvergleich ist der Gewinn der SBB insgesamt um über ein Fünftel tiefer ausgefallen. Dies, obwohl die Bahn mehr Personen- und mehr Nettotonnenkilometer verkaufen konnte.

Die Schienen vor dem Hauptbahnhof im Zürich.

Bildlegende: Das Schienennetz ist erneut intensiver genutzt worden. Entsprechend gross ist der Verlust bei der SBB Infrastruktur. Keystone

Der Gewinn der SBB ist im ersten Halbjahr verglichen mit der Vorjahresperiode um über ein Fünftel tiefer ausgefallen. Er verringerte sich um 20 Millionen Franken auf 72 Millionen Franken.

Dafür verantwortlich sind laut SBB ein höherer Personalaufwand sowie höhere Abschreibungen aufgrund von Investitionen. Ein einmaliger Arbeitgeberbeitrag an die Pensionskasse von 690 Millionen Franken hat sich zusätzlich negativ auf die Nettoverschuldung ausgewirkt. Letztere hat sich um 865 Millionen Franken auf 8813 Millionen Franken erhöht.

Die höheren Personalkosten sowie die höhere Verschuldung zeigten die Dringlichkeit von Spar- und Effizienzmassnahmen, schreibt die Bahn. Die SBB habe dies erkannt und habe daher im November 2015 RailFit20/30 lanciert.

Rückläufiger Fernverkehr

Die Erträge im Personenverkehr stiegen um 3,4 Millionen auf 30 Millionen Franken. Jene des Fernverkehrs sind allerdings um 1,2 Prozent auf 1,18 Milliarden Franken gesunken. Der Rückgang im internationalen Personenverkehr führt die SBB vor allem auf die Sicherheitslage sowie den verstärkten Wettbewerb durch Fernbusse, Flugzeuge und Carsharing zurück.

Die Anzahl Personenkilometer stieg im Vorjahresvergleich um 2,7 Prozent auf 9,3 Milliarden Kilometer. Ende Juni sind 458'819 Generalabonnemente im Umlauf gewesen, ein Plus von 1,4 Prozent. Die Anzahl Halbtaxabonnemente ist um ein Prozent auf 2,33 Millionen gesunken.

Rund 80 Prozent der Billette werden von Kunden nicht mehr am Schalter gekauft, sondern via SBB-Automaten oder Internet, das entspricht einem Plus von 6,4 Prozent. Die Kundenpünktlichkeit hat um 0,3 Prozentpunkte auf 87,7 Prozent zugelegt, während die Anschlusspünktlichkeit rückläufig gewesen ist. 96,3 Prozent der Kunden erreichten pünktlich ihren Anschluss, ein Minus um 0,7 Prozentpunkte.

SBB Cargo hat Minus verringert

Der starke Franken belastet den Güterverkehr weiterhin. Dennoch hat SBB Cargo das finanzielle Ergebnis gesteigert. Insgesamt ist die Verkehrsleistung beim Güterverkehr um 14,4 Prozent auf 8,72 Milliarden Nettotonnenkilometer gestiegen.

Die SBB konnten den Verlust von SBB Cargo auf minus 4 Millionen Franken reduzieren gegenüber minus 25 Millionen Franken im Vorjahreshalbjahr. SBB Cargo International hat in die Gewinnzone zurückgefunden. Sie erzielte ein Halbjahresergebnis von drei Millionen Franken gegenüber einem Minus von 3,9 Millionen Franken im Vorjahr.

Gute Gewinne bei den Immobilien

SBB Immobilien hat von der Dynamik in Zentrumslagen profitieren können. Die Mieterträge stiegen um 7 Millionen auf 224 Millionen Franken. Auch die Drittumsätze in den 32 grössten Bahnhöfen sind um 9 Millionen auf 780 Millionen Franken gestiegen.

Das Schienennetz der SBB ist erneut intensiver genutzt worden. Die Anzahl der verkauften Trassenkilometer ist um 2,4 Prozent auf 88,7 Millionen Kilometer gestiegen. Mit minus 76 Millionen Franken fällt der Verlust von SBB Infrastruktur um 18 Millionen Franken grösser aus als im Vorjahr.

VCS will Billettverkauf retten

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) fordert die SBB via Petition auf, den bedienten Billettverkauf durch Dritte beizubehalten. Die SBB will per Januar 2018 keine Billette an Postschaltern oder Kiosken mehr verkaufen lassen. Auch private Stationshalter können ab dann keine SBB-Billette mehr verkaufen. Betroffen sind 52 Verkaufsstellen.