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Wirtschaft Scheich aus Katar wird grösster Einzelaktionär der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank hat die zweitgrösste Kapitalerhöhung ihrer Geschichte angekündigt. Das Geldinstitut will damit insgesamt acht Milliarden Euro einnehmen. Die Herrscherfamilie von Katar wird neu der grösste Einzelaktionär.

Legende: Video Einzelaktionär aus Katar für Deutsche Bank abspielen. Laufzeit 0:43 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.05.2014.
Sitz der deutschen Bank.
Legende: Die deutsche Bank plant eine massive Kapitalerhöhung. Keystone

Nach einer Zusammenkunft des Aufsichtsrats hat die Deutsche Bank eine massive Kapitalerhöhung bekanntgegeben. Das Finanzinstitut plant, mit diesem Schritt acht Milliarden Euro einzunehmen. Dies ist die zweitgrösste Kapitalerhöhung in der Geschichte des Geldhauses. 2010 gönnte sich die Bank eine Erhöhung von etwas mehr als zehn Milliarden Euro.

Katarer halten künftig sechs Prozent

Nun würden 300 Millionen neue Aktien auf den Markt geworfen, meldete das grösste Geldhaus Deutschlands. Auch ein neuer Investor ist in Sichtweite: Bereits seien 1,75 Milliarden Euro von Scheichs aus Katar platziert worden. Die Herrscherfamilie des Golfstaates steigt mit einem Anteil von sechs Prozent zum neuen Ankerinvestor auf. Damit wird sie zum grössten Einzelaktionär der Bank. Ihr Vermögen wird auf rund 70 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die Erhöhung des Kapitals hat auch Konsequenzen auf die Kernkapitalquote. Nach den strengeren Basel-III-Vorschriften erhöht sich diese von 9,5 auf 11,8 Prozent. Damit gebe es einen Puffer für künftige regulatorische Anforderungen und genug Mittel für Wachstum im Kerngeschäft, teilte der Konzern mit.

Die beiden Co-Vorstandschefs der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, wollen mit dem Massnahmenpaket endlich einen Haken hinter das leidige Kapitalthema setzen. Denn gerade die angelsächsischen und Schweizer Rivalen gelten als besser kapitalisiert in der neuen, strengeren Regulierungswelt nach der Finanzkrise.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Jens Brügger, Schaffhausen
    Qatar ist eine der schlimmsten Diktaturen weltweit. Und mit Rüstungsgüter aus dem Westen unterstützen wir diese Diktatur. Aber wenns um Milliarden geht, lieben wir Diktaturen. Widerlich.
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  • Kommentar von Simon Streit, Luzern
    Die Qatar Holding kauft sich sukzessive in Westeuropa ein. Ich denke da an die Bürgenstock Resorts (im Bau befindlich, Investitionsvolumen 500 Mio CHF) und nun also die Deutsche Bank. Einige weitere interessante Investments sind die nachstehenden: London Stock Exchange: 20 % Barclays: 6,76 % Credit Suisse: 6,17 % Porsche SE: 10 % Stammaktien Volkswagen AG: rund 17 % Stammaktien Harrods-Gruppe: 100 % Hochtief: 9,1 % Xstrata: knapp 11 % Lagardère: knapp 13 %
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