Schmolz+Bickenbach wehrt sich gegen Vekselberg

Der Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach lehnt sich gegen die Übernahme durch den russischen Investor Viktor Vekselberg auf. Bewirken dürfte das nichts.

Der Verwaltungsrat des Stahlkonzerns Schmolz+Bickenbach lehnt ein Übernahmeangebot von Renova – der Gesellschaft des russischen Investors Viktor Vekselberg – und der Gründerfamilien ab. Dies teilte die Firma mit Sitz in Bronschhofen (SG) in einer Stellungnahme mit.

Aktienwert zu tief

Uneinig sind sich der Verwaltungsrat von Schmolz+Bickenbach und Vekselberg beim Übernahmewert der Aktien: Während die vermittelnde Bank J. Safra Sarasin einen Wert von 3.95 bis 5.70 Franken pro Aktie als angemessen erachtet, bietet die Aktionärsgruppe lediglich 2.85 Franken.

Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach wehrt sich gegen eine Übernahme durch den russischen Investor Viktor Vekselberg.

Bildlegende: Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach wehrt sich gegen eine Übernahme durch den russischen Investor Viktor Vekselberg. Keystone

Bei der veröffentlichten Stellungnahme von Schmolz+Bickenbach handelt es sich allerdings nur um eine Formsache: Renova besitzt zusammen mit den Gründerfamilien bereits ausreichend viele Aktien, um den Stahlkonzern massgeblich zu kontrollieren. Aus diesem Grund hat sich der aktuelle Verwaltungsrat vor zwei Wochen mit Renova und den Gründerfamilien getroffen. Man einigte sich auf einen geordneten Ablauf der Kontrollübernahme. Zudem kündigten sieben Verwaltungsräte auf die ausserordentliche Generalversammlung am 13. September ihren Rücktritt an. Den Publikumsaktionären empfiehlt der Verwaltungsrat, das Kaufangebot abzulehnen.

Vollständige Übernahme nicht geplant

Viktor Vekselbergs Gesellschaft Renova besitzt derzeit 25,3 Prozent aller Aktien, die Gründerfamilien 15,2 Prozent. Nachdem Renova seinen Aktienanteil vergrösserte, musste die Gesellschaft aus rechtlichen Gründen ein Übernahmeangebot unterbreiten. Renova sei allerdings an einem Kauf aller Aktien gar nicht interessiert, lässt die Gesellschaft verlauten.