Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Boni vor dem Aus? abspielen. Laufzeit 03:48 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.01.2019.
Inhalt

Schutz für Firmen Manager warten Jahre auf Boni-Zahlungen

Sie waren der Inbegriff von Masslosigkeit vor der Finanzkrise: Millionen-Boni für Top-Manager und Kader. Die Boni flossen auch bei massiven Verlusten, Millionen Cash aufs Konto. Konsequenzen hatten die Top-Manager nicht zu befürchten: die Boni waren an keine Bedingungen geknüpft.

«Boni gehen von einem falschen Menschenbild aus», sagt Roland Waibel. Er ist Professor für Unternehmensführung an der Fachhochschule St. Gallen: «Es ist, wie wenn man den Mitarbeitern ein Rüebli vor die Nase hält: Ohne Belohnung würden sich die Mitarbeitenden nicht im Sinne der Firma verhalten.»

Lieber Teamgeist als Boni

Doch, Boni sind zunehmend verpönt. Die Migros Bank verzichtet ganz auf solche finanziellen Anreize, die Versicherung Baloise hat persönliche Boni abgeschafft. Hier setze man das Team und nicht den Egoismus in den Vordergrund, sagt Tobias Gemperle von der Baloise. «Wir als Baloise differenzieren uns nicht über maximales Einkommen, sondern über Werte, Kulturen, Entwicklungsmöglichkeiten in der Firma.»

Gar keine Boni mehr: Das ist immer noch die Ausnahme bei grossen Schweizer Firmen. Häufiger sind Boni mit Bedingungen. So genannte «Clawbacks» haben Einzug gehalten: Boni werden oft jahrelang zurückgehalten. Erst wenn sich der Geschäftsgang gut entwickelt, werden Geld und Aktien freigegeben. So sollen Manager in die Pflicht genommen werden.

Ein Viertel der Firmen zögert Boni-Zahlungen heraus

«Clawbacks sind eine Art Schutzmechanismus für Firmen», sagt Stephan Hostettler. Seine Firma hat die neuesten Zahlen zu den Clawbacks erhoben. Kannten kurz nach der Finanzkrise nur 5 Prozent der 100 grössten Schweizer Firmen solche Einschränkungen, sind es heute bereits 25 Prozent der Unternehmungen.

Auch bei den Grossbanken Credit Suisse und UBS haben sich «Clawbacks» etabliert. Bei der Konzernleitung der UBS werden mindestens 80 Prozent der Boni bis zu fünf Jahre zurückbehalten.

Der Griff in den Boni-Topf: Abgeschafft oder mit Bedingungen. Die Zeiten der Masslosigkeit scheinen ein wenig vorbei zu sein.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

18 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Tobi Hartmann (Tobias Hartmann)
    Warum schreiben alle Journalisten am Thema vorbei? Uns interessieren vor allem die Top Notches. Die CEO´s. Die Millionenboni und Gehälter. Vor allem da muss das aufhören. Niemand ist mehr wert als eine halbe Million im Jahr. Und die richten am meisten Schaden an. DIE sollen zur Verantwortung gezogen werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jürg Häusermann (Ebenda)
      Die Aktionäre und der Markt entscheiden über Millionensaläre. Die Frage, wer wieviel Wert ist, kann so gar nicht gestellt werden. Die Kritik an diesen Salären wurzelt primär im Neid.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Verantwortliche Kaderleute in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst werden im Vergleich zum gewöhnlichen "Büezer" bereits mit grossem Abstand viel höher besoldet! Diese Jahresgehalte entsprechen in der Regel bereits genügend dem Anforderungsprofil oder den Erwartungen des Unternehmens. Warum brauchen diese gut bezahlten "Manager" (Kaderleute) immer noch zusätzliche "Bonis" (Nachzahlungen? Vorallem hangen diese Bonis sehr oft gar nicht vom erzielten Umsatz oder Leistungen ab!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lesek Hottowy (Lhot)
    In der Schweiz hat jederman freien Zugang zum besten Schulsystem und jeder hat die Möglichkeit in die Chefetage aufzurücken. Also kein Grund neidisch zu sein, sondern ran an die Wurst. In der freien Marktwirtschaft wird jeder Job soviel entlöhnt, wie er wert ist. Und die Manager legen ihre Löhne nicht selber fest, sondern erhalten diese von ihren Auftraggebern (Aktionäre als Besitzer oder Politiker als demokratisch gewählte Volksvertreter).
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von beat zehnder (beat zehnder)
      Es sieht doch eher so aus,als würden die Manager und Ceos so viel nehmen wies nur geht,nichts von "soviel entlöhnt wie er wert ist". Oder wollen sie uns wirklich weis machen,dass Löhne über 10Millionen gerechtfertigt sind? Von den 10 bestbezahleten Ceos sind 7 von schweizer Firmen,soviel auch zu den "Branchenüblichen Löhnen". Sieht auch eher so aus,als wäre die Schweiz der Preisdrücker nach oben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen