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Schutz vor Einbrechern Run auf Überwachungskameras für den Hausgebrauch

Legende: Audio Ein geleerter Briefkasten und eine Zeitschaltuhr nützen mehr abspielen.
1:56 min, aus HeuteMorgen vom 15.11.2017.
  • Die Nachfrage nach Überwachungskameras für den Hausgebrauch steigt stark an.
  • Die Modelle werden immer günstiger, sind einfach zu installieren und lassen sich übers Internet steuern.
  • Hausbesitzer und Mieter erhoffen sich einen präventiven Schutz gegen Einbrecher, gerade jetzt, da es wieder früh dunkelt.
  • Doch die Kameras können schnell selbst zum Sicherheitsrisiko werden.

Internetseiten wie insecam.org in Russland sind nicht nur ein Eldorado für Voyeure, sondern auch für Einbrecher. Dort sind Bilder von Überwachungskameras zu sehen – in Echtzeit.

Leichtes Spiel für Hacker

Alleine auf insecam.org sind für die Schweiz über 300 Kameras aufgelistet. Die Bilder zeigen teils Unverdächtiges: Kuhställe oder Skilifte etwa, aber auch Heikles wie Hauseingänge.

Hacker haben oft ein leichtes Spiel, um an die Bilder zu gelangen, wie Max Klaus von der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes sagt. «Diese Überwachungskameras sind meistens mit einem Standardpasswort versehen, das öffentlich in einem Handbuch vermerkt ist. Deshalb ist es ganz wichtig, dass man dieses Passwort sofort nach dem Kauf ändert.»

Die Überwachungskameras sind meistens mit einem Standardpasswort versehen, das öffentlich ist.
Autor: Max KlausMelde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes

Im Internet tauchen immer mehr Bilder von gehackten Überwachungskameras auf, denn erstens sind die modernen Kameras praktisch alle internetfähig und zweitens gibt es immer mehr davon.

130'000 Kameras im Einsatz

Der Trend bei den Detailhändlern ist eindeutig. Bei Galaxus etwa hat der Verkauf von Smartmodellen, also Kameras, die mit dem Handy verbunden werden können, dieses Jahr bereits um 60 Prozent zugenommen, wie Alex Hämmerli vom grössten Schweizer Onlinehändler sagt.

Rund 130'000 private Überwachungskameras dürften laut dem Eidgenössischen Datenschützer in der Schweiz mittlerweile im Einsatz sein. Nur 20'000 sind es im öffentlichen Raum.

Nutzen fraglich

Ob damit auch die Sicherheit zugenommen hat, ist allerdings ungewiss. Zwar nimmt die Zahl der Einbruchdiebstähle seit Jahren ab. Die Polizei führt dies aber primär auf ihre Sensibilisierungskampagnen zurück.

Gut möglich also, dass ein geleerter Briefkasten in den Ferien oder eine Zeitschaltuhr mehr nützen als eine teure Überwachungskamera.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Unsinnige Panikmache, srf-Redaktion. Schon mal drüber nachgedacht, woher zum Teufel Einbrecher wissen sollen, wo das abgebildete Haus steht? Wer auf einer Immobilien-Site Häuser sieht und weiss in welchem Ort sie stehen, soll mal versuchen rauszufinden, wo genau. Habe es schon öfters nicht geschafft. Deshalb ist es klar kein reales Problem, das hier diskutiert wird. Naja, Passwort würde ich trotzdem ändern.
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  • Kommentar von A. Zuckermann (azu)
    Gratis dazu gibt es den passenden Soundtrack von der Band Senser: "Age of Panic".
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Jetzt wird DAS auch in der CH noetig... dabei, noch vor wenigen Jahren wenn ich in die CH kam.. sagte meine Gastgeberin, geht einfach zum Haus wenn ihr ankommt, die Tuer ist offen...
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    1. Antwort von Jörg Frey (giogio)
      Frau Nanni, gerne lade ich Sie zu mir ein. Da ist die Tür noch heute offen. Seit ich auf dem Land lebe, war das schon immer so. Die Schweiz ist immer noch gleich sicher, ausser für die ewig gestrigen Angsthasen, die alles verriegeln und das Gefühl haben, sie werden von einer Kamera geschützt. Diebe interessiert das schlicht nicht. Und je besser verriegelt, umso grösser wird der Schaden.
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