Anleger sind verunsichert Schweizer Börse im Bann von Nordkorea

Börsenanzeige im neuen Börsengebäude Zürich-West

Bildlegende: Seit Ende Juni fallen die Kurse erstmals wieder um mehr als ein Prozent. Keystone

Der Schweizer Aktienmarkt gab nach dem verschärften Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA deutlich nach. Panik herrschte allerdings nicht. Viele verunsicherte Investoren reagierten mit Verkäufen von Aktien, sodass der SMI auf breiter Front und in allen Sektoren nachgab.

Seit langem wieder grösserer Verlust

Der Leitindex schloss um 1,48 Prozent tiefer. Der SMI büsste damit zum ersten Mal seit dem 29. Juni mehr als ein Prozent ein.

Experten wollen die Kurseinbussen nicht überbewerten. «Wir sind weit entfernt von einer Panik», sagte ein Händler. Ausserdem wurde auf die Gewinne in den letzten zwei Wochen verwiesen, welche die Märkte für Gewinnmitnahmen anfällig machten.

Flucht in den Franken

Gesucht als sicherer Hafen war der Franken: Die Schweizer Währung wertete zum Euro um bis zu 1,6 Prozent auf. Ein Euro kostete am Mittwochnachmittag zwischenzeitlich nur 1,126 Franken. 24 Stunden zuvor mussten Anleger noch mehr als 1,15 Franken bezahlen.

Allerdings: Über die letzten Monate gesehen ist der Franken – angetrieben unter anderem von der Konjunkturerholung im Euroraum – deutlich schwächer geworden. Seit Ende April beträgt das Minus zum Euro noch immer mehr als 6 Prozent.

Säbelrasseln verunsichert die Wall Street

Die scharfe Kriegsrhetorik im Nordkorea-Konflikt hat die Wall Street am Mittwoch leicht belastet. Tags zuvor hatte US-Präsident Donald Trump der Regierung in Pjöngjang indirekt militärische Gewalt angedroht, was Nordkorea mit der «Erwägung» eines Raketenangriffs auf die US-Pazifikinsel Guam erwiderte. Laut Marktanalysten mieden Anleger vor diesem Hintergrund das Risiko. In Phasen politischer Spannungen sei es «nichts für schwache Nerven», auf steigende Kurse zu setzen. Der Dow Jones gab denn auch um 0,17 Prozent auf 22'048,70 Punkte nach. Am Vortag hatte der US-Leitindex zwar auch am zehnten Handelstag in Folge einen Rekord erreicht, Anleger wurden dann aber vom Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea verunsichert. Letztlich hatte das Börsenbarometer erstmals seit dem 24. Juli dieses Jahres wieder mit einem kleinen Minus geschlossen.