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Einkaufen im Ausland Schweizer Detailhändlern platzt der Kragen

Kampf dem Einkaufstourismus: Die Detailhändler wollen, dass auch Einkäufe im Ausland der Mehrwertsteuer unterliegen.

Legende: Video Kampf dem Einkaufstourismus abspielen. Laufzeit 2:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Migros, Coop, Denner und Manor verlangen, dass Einkaufen in jedem Fall der Mehrwertsteuer unterliegt, ob im Aus- oder im Inland.
  • Die vier in der IG Detailhandel zusammengeschlossenen Unternehmen arbeiten an einem entsprechenden Vorstoss.

Der Schweizer Detailhandel will nicht länger zuschauen, wie ihm Jahr für Jahr Milliarden Franken an Einnahmen durch den Einkaufstourismus im grenznahen Ausland verloren gehen (inklusive Online-Handel). Migros und Coop arbeiten zusammen mit Manor an einem Vorstoss, damit Schweizer Einkaufstouristen auf ihre Einkäufe etwa in Deutschland doch Mehrwertsteuer bezahlen müssen.

Beim Einkaufen in der Schweiz benachteiligt

Das geht aus einem internen Arbeitspapier hervor, das die Zeitung «Schweiz am Wochenende» publik gemacht hat. Es trägt den Titel «Fairness bei der Mehrwertsteuer». Wer in der Schweiz einkaufe, werde benachteiligt, kritisiert der Schweizer Detailhandel. Er fordert ein Ende des mehrwertsteuerbefreiten Konsums, ob im Ausland oder im Inland.

«Die Mehrwertsteuereinträge des Bundes gehen zurück. Es ist zu verhindern, dass die Mehrwertsteuer deswegen weiter erhöht werden muss und dass die Konsumenten im Inland damit noch stärker belastet werden», hält die IG Detailhandel Schweiz dazu fest. Der Interessenvertretung gehören Coop, Manor, Denner und Migros an.

Am Schweizer Zoll die einheimische Steuer zahlen

Konkret soll das laut »Schweiz am Wochenende« so aussehen: Schweizer, die sich die Mehrwertsteuer auf ihren Auslandeinkäufen am Zolle zurückerstatten lassen, dürften ihre Waren nicht länger zollfrei in die Schweiz bringen. Sie müssten gleich nach der Grenze auch noch beim Schweizer Zoll vorbei und dort die Schweizer Mehrwertsteuer bezahlen.

Wer die ausländische Mehrwertsteuer bezahlt und nicht über 300 Franken eingekauft hat, muss auch keine Schweizer Mehrwertsteuer entrichten.

Weitere Strecken bis ins Ausland fahren

Der Glarner Ständerat Werner Hösli begrüsst, dass der Detailhandel Druck macht. Er selbst fordert in einem Vorstoss, dass Einkaufstouristen nur noch Waren im Wert von unter 50 Franken von der Mehrwertsteuer befreien können. Denn inzwischen reisten längst nicht nur Personen aus dem Grenzgebiet nach Deutschland zum Einkaufen. Das sei auch für viele Leute in der Zentralschweiz schon üblich, sagte der in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.

Bisher lehnte der Bundesrat Vorschläge ab, die das Einkaufen jenseits der Grenze besteuern wollten. Sie zielten meist darauf ab, die Freigrenze für Auslandeinkäufe zu senken.

Konsumentenforum gegen Einschränkungen

Nichts von einer solchen Beschränkung hält auch das bürgerlich-liberal geprägte Konsumentenforum. Es wehrt sich gegen staatliche Interventionen – bei allem Verständnis für die Detailhändler: «Wir sehen unseren Auftrag darin, dass wir die Konsumenten aufklären, was passiert wenn sie eben nur noch im Ausland einkaufen. Wir verlieren sehr viel an Lebensqualität, indem wir zum Beispiel keine Buchhandlung, keinen Metzger, keinen Schuhmacher mehr im Dorf haben», sagt Babette Sigg Frank.

174 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    In der Migros kosten 100 Gramm Sauerkirschen (M-Budget) 1.90 CHF. Bei Edeka bekomme ich 1000 Gramm für 1.90 €. Noch Fragen?
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    1. Antwort von Mike Steiner (M. Steiner)
      Der EU-Bauer kriegt ja auch kaum mehr den Erzeugerpreis dafür, kann keine Investitionen tätigen und die EU-Landwirtschaft wird sukzessive in den kommenden Jahren ausdorren. Die Kassiererin hat keinen anständigen Lohn und die Bürokraft kommt grad über die Runden. Vergleichen Sie doch bitte Waren gleicher Provenienz. Zum Beispiel Deo, Waschmittel etc.!
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    2. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      Milchvieh- und Obstbetrieb im Kanton Aargau gesucht ausländische Arbeitskraft auf Landwirtschaftsbetrieb gesucht junge ausländische Arbeitskraft. Führerausweis erforderlich Deutschkenntnisse erwünscht Das noch zu schweizer Bauern!
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Eigentlich ist das eine hervorragende Idee. Durch die damit verbundenen Kontrollen und den flächendeckend stattfindenden Zollformalitäten wäre dieses Land für den freien Personenverkehr völlig abgekapselt, die Transitlawine würde draussengehalten... Nur zu!
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  • Kommentar von Ulrike Schneider (Uli)
    Und ich sehe es jetzt, da wir Anbauen, dass heute trotz des EUR-Kurses und der minim angepassten Löhne, die Kosten doppelt so hoch sind wie vor 15 Jahren, da kann doch was nicht mehr stimmen. Da tut es mir leid, dass ich auch sehen muss, dass ich über die Runden komme. Der Mittelstand wird doch nur noch abgezockt von jedem und soviel es nur geht. Ich sehe doch nicht ein, dass alles nur noch teurer wird, dass die Oberen Reichen noch mehr in der Tasche haben.
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Das ist so! Es wird grad so getan, als könne der Konsument CH-Preise einfach so bezahlen! Viele sind einfach auf günstige Preise angewiesen um zu überleben! Und Ende 2016 waren 318'500 GrenzgängerInnen beschäftigt, man kann ja mal mit 4000.- pro Monat x 12 ausrechnen. In der Grenzregion wird vielerorts nur noch Mindestlohn bezahlt.
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