Schweizer Firmen: Bange Blicke auf die Berichtssaison

Der Aromenhersteller Givaudan hat den Anfang gemacht. Bald werden alle grossen börsenkotierten Schweizer Firmen ihre Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegen. Es werden meist schwache Ergebnisse sein. Denn Probleme in Schwellenländern und der starke Franken drücken auf Gewinn und Umsatz.

Menschen vor Bildschirmen mit Wirtschaftsnachrichten.

Bildlegende: Mit gedämpften Erwartungen schauen Aktionäre diesmal den Quartalsberichten entgegen. Keystone

Mit Blick auf die Wirtschaftsentwicklung im Gesamtjahr gilt das dritte Quartal wegen der Sommerferien traditionell als eher schwach, sagt Panagiotis Spiliopoulos, Leiter Research der Bank Vontobel: «Das hat einen meist negativen Einfluss auf die Geschäftsaktivitäten.»

Währungsturbulenzen schlagen ins Kontor

In diesem Jahr machten sich zudem Wachstumsängste breit. In China und in der Folge in den meisten aufstrebenden Schwellenländern.

Dort ist der jahrelange Rohstoff-Boom mittlerweile vorbei. «Man hat sehr viel Währungsturbulenzen gesehen. Mit Währungen aus den aufstrebenden Märkten und diese werden sicher im Geschäftsabschluss der einzelnen Gesellschaften ihre Spuren hinterlassen», gibt Spiliopoulos zu bedenken.

Kosteneinsparungen federn ab

Auch Sven Bucher, Leiter Aktien-Research bei der Zürcher Kantonalbank, erwartet keine berauschenden Zahlen. Zusätzlich zu den Problemen in den Schwellenländern, dürfte auch der immer noch starke Franken viele Geschäftsergebnisse belasten: «Aber, und das ist das grosse Aber: Die Schweizer Unternehmen haben sich natürlich auch vorbereiten können. Sie haben Kosteneinsparungen gemacht und das wird natürlich einen Teil abfedern.»

Trotzdem werden konjunkturabhängige Werte, wie Lafarge Holcim, ABB oder Sulzer und solche, die im Rohstoff-Geschäft tätig sind, schwache Zahlen präsentieren, erwartet Bucher.

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0:00 min, vom 23.11.2017

Nestlé auf der Sonnenseite

Besser abschliessen würden hingegen Konjunktur-unabhängige Branchen wie Pharma, Telekom oder Nahrungsmittel. Auf der Sonnenseite stehe beispielsweise Nestlé, fügt Bucher hinzu: «Das hat damit zu tun, dass wir natürlich einen sehr heissen Sommer hatten. Und da hat Nestlé gerade in den Industrieländern profitiert – sowohl beim Wassergeschäft als auch beim Glacégeschäft.»

Aber das ist die Ausnahme von der Regel. Im dritten Quartal wird es nur wenig Erfolgsgeschichten geben.