Zahlen von UBS und CS Schweizer Grossbanken: Konkurrenten mit Gemeinsamkeiten

UBS und Credit Suisse legen gleichzeitig ihre Halbjahreszahlen vor. Beide erzielten mehr Gewinn und sparen sich gesund.

Paradeplatz in Zürich mit den Haupsitzen von Credit Suisse und UBS, in der Bildmitte die Tramhaltestelle

Bildlegende: UBS und CS haben nicht nur ihren Hauptsitz nebeneinander, Gemeinsamkeiten gibt es auch in den jüngsten Zahlen. Keystone

Premiere bei den Schweizer Grossbanken: Gleich beide Schweizer Grossbanken haben ihre Quartals- und Halbjahreszahlen präsentiert. Auch wenn das nach einem öffentlichen Duell aussieht, Gemeinsamkeiten gibt es einige.

Mehr Ertrag und Gewinn

Ein erster Blick auf die beiden Grossbanken zeigt: Sowohl die UBS als auch die Credit Suisse konnten im ersten Halbjahr ihre Erträge steigern. Auch beim Reingewinn schnitten beide Banken besser ab: Die UBS erzielte einen Halbjahresgewinn von 2,4 Milliarden Franken. Und die kleinere Credit Suisse kam auf 900 Millionen Franken – vor einem Jahr musste sie noch einen Verlust ausweisen.

Bei der Credit Suisse wird der Gewinn nach wie vor durch Altlasten gedrückt. Die CS schleppt noch immer riskante Wertpapiere und Investment-Bank-Geschäfte aus der letzten Finanzkrise mit sich herum, die sie abstossen möchte. Das tut sie nach und nach, doch dabei entstehen Verluste, die am restlichen Gewinn der Bank zehren.

Kunden bringen viel neues Geld

Beide Banken zeigen sich erfreut über die neuen Kundengelder, die sie akquirieren konnten. Sie sprechen von rekordhohen Zuströmen. Gleichzeitig betonen sie, dass sie diese Gelder effizienter als früher verwaltet haben: Die Profitabilität ist gestiegen, vor allem dank den Sparübungen der Grossbanken.

Beide betonen aber auch, dass ihre Kunden beim Geld-Anlegen wohl weiterhin sehr vorsichtig agieren dürften. Sie würden sich eher passiv verhalten, verunsichert durch die verschiedenen geopolitischen Risiken.

Kosten weiter verringern

Beim Sparen sehen sich beide Grossbanken auf Kurs: Sowohl die UBS als auch die Credit Suisse sind zuversichtlich, die Kosten wie angekündigt senken zu können. Wobei die Credit Suisse noch deutlich tiefer im Umbau des eigenen Geschäfts steckt als die UBS, die diese Arbeit schon weitgehend abgeschlossen hat.

Doch die Sparprogramme haben Folgen für die Belegschaft: Beide Banken haben ihre Belegschaft im Vergleich zum letzten Sommer um mehrere hundert Stellen verkleinert.

Auch wenn die Banken betonen, dass sie mit ihren Sparprogrammen auf Kurs sind: Sollten die laufenden Programm dereinst abgeschlossen sein, dürften wohl einfach die nächsten Sparprogramme folgen. Denn mit Bankgeschäften lässt sich schlicht nicht mehr so leicht Geld verdienen wie noch vor der Krise.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • FOKUS: Studio-Gespräch mit Tidjane Thiam

    Aus 10vor10 vom 28.7.2017

    Der Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, äussert sich im Studio zur aktuellen Situation seiner Bank und beantwortet die Frage, ob die CS auch eine erneute Krise überleben würde.

  • FOKUS: Zehn Jahre nach dem Bankencrash – und jetzt?

    Aus 10vor10 vom 28.7.2017

    Die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse haben beide gute Halbjahreszahlen präsentiert, ziemlich genau 10 Jahre nach dem weltweiten Bankencrash. Während sich UBS-Chef Ermotti zuversichtlich gibt, sind Experten kritisch. Die Probleme seien nicht verschwunden.

  • UBS kann Gewinn steigern

    Aus Tagesschau vom 28.7.2017

    Die Halbjahreszahlen der UBS zeigen einen Reingewinn von 2,4 Milliarden Franken für die ersten sechs Monate des Jahres 2017. Laut UBS-Chef Sergio Ermotti haben dabei auch die Zinserhöhungen in den USA geholfen.

  • Auch CS verdient deutlich mehr

    Aus Tagesschau vom 28.7.2017

    Der Reingewinn der Credit Suisse steigt im zweiten Halbjahr 2017 auf 900 Millionen Franken. Einschätzungen von SRF-Wirtschaftsredaktor Daniel Daester.