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Wirtschaft Schweizer Industrie sieht schwarz wegen starkem Franken

Erstmals zeigen sich die Folgen des Frankenschocks in der Konjunkturumfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF). Die Geschäftslage in allen Wirtschaftsbereichen hat sich deutlich verschlechtert. Besonders stark in der Industrie.

Legende: Video KOF- Barometer stürzt ab abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.03.2015.

Die KOF fühlt den Schweizer Unternehmen regelmässig den Puls. Die Konjunkturumfrage vom Februar zeigt nun, dass sich die Stimmung wegen der Frankenaufwertung bei den Industrieunternehmen besonders stark eingetrübt hat. Aber auch im Baugewerbe, in der Finanzbranche und im Detailhandel seien die Unternehmen pessimistischer, schreibt die KOF.

Stärkstes Monatsminus seit 2004

Der Geschäftslageindikator brach bei den Industrieunternehmen um 15 Punkte auf minus 3 Punkte ein. Das sei das stärkste Minus in einem einzelnen Monat seit der Einführung der Umfrage im Jahr 2004. Besonders deutlich habe der Indikator in der Metallindustrie, dem Maschinen- und Fahrzeugbau und in der Elektroindustrie nachgegeben.

Mann rollt an einer Maschine Draht auf
Legende: In der Industrie ist der Wert für die Geschäftslage regelrecht eingebrochen. Keystone

Noch mehr Stellen in der Industrie gefährdet

Indikatorenwerte unter 0 weisen darauf hin, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen die Lage pessimistisch einschätzt. Die Industrie habe wegen des starken Frankens an Wettbewerbsfähigkeit verloren, sagt KOF-Konjunkturforscher Klaus Abberger. Sie spüre diesen Druck nicht etwa nur beim Export, sondern durch billigere Importprodukte auch im Inland selbst.

Aus der Umfrage geht weiter hervor, dass sich der Stellenabbau im Industriesektor fortsetzen dürfte. Gemäss KOF gab es im Februar erheblich mehr Industrieunternehmen, welche den Personalbestand in den nächsten drei Monaten reduzieren, als solche, die ihn erhöhen wollen.

Frankenschock vollumfänglich erfasst

Die Umfrageergebnisse vom Februar bilden laut KOF die neue Währungssituation zum ersten Mal vollständig ab. Denn bei der Umfrage im Januar hätten fast 94 Prozent der Teilnehmer die Fragebogen vor der Aufhebung der Frankenuntergrenze ausgefüllt. In die KOF-Konjunkturumfragen flossen die Antworten von rund 2800 Unternehmen.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Beaumont, Pfaeffikon
    Die Schweiz hat sehr hohe Lohnkosten.Die Schweiz hat auch sehr hohe Konsumentpreise, auch sehr hohe Wohnungsmietkosten,kurzum alles in der Schweiz ist teuer.Da beklagen sich die Exportfirmen und die Importfirmen lachen,zumal sich die letzteren von einer maechtigen LOBBY geschuetzt fuehlen: das Parlament.Da sitzen ihre Vertreter.Diese vertreten aber nicht nur Importeure, sondern alle jene die freien Handel verhindern.Das ist das Grunduebel der hohen Lohnkosten.Hohe Preise bedingen hohe Loehne.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Aktuell geht da was ganz schräges ab. Einerseits sollen unsere Unternehmen nicht in der Lage sein, Währungsschwankungen abzufangen? Andererseits können doch viele ihre Werkzeuge und Werkstoffe nun günstiger im Ausland einkaufen! Da muss halt der Zoll auch noch den Finger rausnehmen und endlich die Warenzölle abschaffen. Aber mir ist schon klar, dass das im Kartell Schweiz nicht passieren wird. Eines ist aber sicher: ein freier Markt ist das hier nie und nimmer!
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  • Kommentar von D. Schmidel, St. Gallen
    Ein Arbeitgeber der nun seine Produktion in den Vorarlberg verlagert, behauptete im Beitrag, die Löhne dort seien über 50% tiefer. Ich kann nur hoffen dass er nicht irrt. Die Lohnnebenkosten in Oesterreich sind um ein mehrfaches höher als in der Schweiz und es gibt wesentlich mehr Arbeitsfreie Tage. Ein Nettolohn von 1200 Euro ergibt für den Arbeitgeber einen Bruttolohn von mindestens 2600 Euro (eher 3000 Euro, da 14 Monatsgehälter).
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