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Wirtschaft Schweizer Konsumenten im Euro-Rausch

Leere Geldautomaten, Bankkunden, die ein Euro-Konto anlegen wollen und Konsumentenströme ins grenznahe Ausland: Der plötzlich günstige Euro ist für Schweizer Konsumenten attraktiv wie nie. Wo lässt sich wirklich profitieren?

Die Schweizer sind verrückt nach Euros. Seit der Aufgabe des Mindestkurses am Donnerstag werden Geldautomaten und Bank-Filialen gestürmt. Wie die Zürcher Kantonalbank zu SRF sagt, ging mehreren Filialen gar das Bargeld aus. Aufgefüllt werden die Automaten erst nächste Woche wieder. An welchem Tag ist noch unklar.

Legende: Video Schnäppchenjagd dank tiefem Euro abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.01.2015.

Die Basler Kantonalbank (BKB) verfügt derweil noch über genügend Euro, um ihre Geldautomaten laufend nachzufüllen. Die Bank betreibt im Stadtkanton insgesamt 72 Bankomaten. Davon geben 52 auch Euro-Noten aus. Am Samstag werden die BKB-Automaten nicht nachgefüllt. Deshalb sei nicht auszuschliessen, dass am einen oder anderen Bankomaten am Wochenende keine Euro mehr bezogen werden können.

Dass es die europäische Gemeinschaftswährung auch heute für nur wenig über einem Franken zu kaufen gibt (1.006 Franken am Nachmittag), verleitet sogar viele ZKB-Kunden dazu, Euro-Konten zu eröffnen.

Die Zollverwaltung rechnet mit mehr Grenzverkehr

Der günstige Wechselkurs kurbelt aber wie erwartet auch den Einkaufstourismus mächtig an. So war das Tram, das Basel mit Weil am Rhein (D) verbindet, bereits am Morgen bestens ausgelastet. Auch fürs Wochenende rechnet die Eidgenössische Zollverwaltung mit mehr Grenzübertritten als üblich. Diesen Effekt hätten bereits frühere Kursschwankungen gehabt, heisst es auf Anfrage von SRF News Online.

Günstig gibt's seit gestern auch Auslandreisen, da die Anbieter ihre Hotel- und Flug-Kontingente jeweils zum aktuellen Wechselkurs von internationalen Datenbanken kaufen.

Die Online-Buchungen hätten bereits jetzt deutlich zugenommen, sagt Kuoni-Sprecher Peter Brun. Der Reiseanbieter TUI Suisse hat seine Preise für Badeferien rund ums Mittelmeer um 15 Prozent gesenkt.

Neuwagen werden erst verzögert günstiger

Noch etwas gedulden muss sich, wer beim Autokauf vom günstigen Euro profitieren will. Laut dem Verband der Autoimporteure werden die Preise auch hier fallen. Aufgrund der hohen Lagerbestände, die noch zum alten Euro-Kurs eingekauft wurden, jedoch erst sukzessive über die kommenden Monate.

SBB für Samstag gewappnet

Die SBB erwartet einen Ansturm nach Konstanz. Deshalb hat hängt sie den Zügen, die zwischen Zürich und Konstanz verkehren, weitere Wagen an. Preisvergleiche für Bahnbillette lohnen sich – nicht alle Bahngesellschaften haben derzeit denselben Kurs.

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71 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Liebe Landsleute , ich kannte einen sehr wohlhabenden FDP - Mann, der noch zu Zeiten des Schilling in A ,das damals um 80% billigere Kalbsfile wie in der CH, je 1kg in beiden Westentaschen versteckte und dummerweise am Zoll gefilzt wurde - es blieb natürlich nicht geheim - lach , die Schadenfreude seiner Freunde war riesig . Also schon 1999 war Geiz geil, nur nicht so offen zur Schau getragen wie Heutzutage .Wie sagte es Max Frisch so schön , wir sind die, welche noch nicht erwischt wurden.
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  • Kommentar von S. Beerli, Zürich
    Und auch schon überlegt, dass wenn die grosse Nachfrage nach Euros ja auch dazu beitragen könnte, denn Kurs des Euros zu stützen. Momentan sind's einfach die Konsumenten und nicht die SNB. Käme der Exportwirtschaft wieder zu gute.
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  • Kommentar von Walter Mathys, Etziken
    An alle Geiz ist Geil Einkaufstouristen: Hier zeigt sich die wahre Einstellung des Menschen. Egoistisch,nur auf sein eigener Vorteil bedacht aber jammern, wenn nicht alle Jahre eine Lohnerhöhung im Umschlag liegt. Das eigene Gewerbe schädigen und dann jammern wenn im Detailhandel die Löhne tief sind. Das sind mir Schweizer,die jetzt ins Ausland rennen um zu Einkaufen. Hoffe unser Zoll wird entsprechend genau hinschauen.
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