Schweizer Spindel-Hersteller ringt mit schwachem Rubel

Novosibirsk – der russische Standort des Schweizer Spindel-Herstellers Fischer ist vom Hoffnungsmarkt zum Kraftakt geworden. «ECO» hat den Firmenchef begleitet und zeigt, was es heisst, in einem sanktionierten Land Geschäfte zu machen.

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Fischer Spindle in Sibirien: Schweizer kämpft mit schwachem Rubel

9:12 min, aus ECO vom 13.4.2015

Was Daniel Schmid und seine 400 Mitarbeiter produzieren, steckt in Maschinen auf der ganzen Welt. Die Spindeln aus Herzogenbuchsee sorgen für Präzision in Bohr-, Schleif- und Fräsmaschinen.

Das Wirtschaftsmagazin «ECO» begleitet den CEO ins sibirische Novosibirsk, an den Ort, an dem er vor fünf Jahren ein Werk eröffnet hat. Der Markt der grossen Chancen, so nannte man Russland damals. Die ansässigen Kunden waren vielversprechend: Hersteller von Fahrzeugen, von Zügen, von Flugzeugen.

Rubel hat an Wert verloren

Inzwischen haben die EU-Sanktionen, unter denen Russland seit genau einem Jahr aufgrund seiner Ukraine-Politik steht, ihre Wirkung entfaltet. Investoren ziehen sich aus Russland zurück. Die Währung, in der die russischen Kunden bezahlen, hat deutlich an Wert verloren. Kredite sind für viele unbezahlbar geworden. Das Land gerät zunehmend in die Isolation.

«Nichtsdestotrotz haben wir hier einen Entscheid getroffen, zu dem wir stehen», sagt CEO Daniel Schmid. Er richtet seinen Blick aufs Jetzt, und das heisst: bestehen anstatt wachsen. Er schliesst neue Verträge, wenn immer möglich, in Euro ab. Kunden müssen vorausbezahlen. Und er blickt unbeirrt nach vorn und glaubt, dass sich die Aktivitäten in Russland langfristig ausbezahlen werden.