Schweizer Team verpasst Podest an der Berufs-WM

Die Erwartungen vor den Berufsweltmeisterschaften in Brasilien waren hoch. Doch das 40-köpfige Schweizer Team aus jungen Berufsleuten verpasste in der Nationenwertung das Podest. Immerhin: Der Thurgauer Lars Tönz holte eine Goldmedaille.

Eine Frau mit rotem Helm, Ohrschützern und Atemmaske in weissem T-Shirt arbeitet an einer Autotür.

Bildlegende: Volle Konzentration: Die Lackiererin Angela Jans bei der Berufs-WM in Brasillien. swiss-skills

Erstmals seit 2001 hat die Schweiz an der Berufsweltmeisterschaft den Sprung aufs Podest verpasst. In der Nationenwertung erreichten die 40 Schweizer Teilnehmenden an den 43. World Skills in der brasilianischen Metropole São Paulo bloss den vierten Rang.

Am besten schnitt Gastgeber Brasilien ab, der vor Südkorea und Taiwan die Nationenwertung für sich entscheiden konnte.

Thurgauer Lars Tönz holt Gold

Die einzige Goldmedaille für die Eidgenossen am viertägigen Wettbewerb holte der Thurgauer Lars Tönz in der Kategorie IT Software Lösungen für Unternehmen. «Wir mussten sehr schnell arbeiten – das war die grösste Herausforderung», sagt Tönz. Er freue sich sehr über den Sieg in seiner Kategorie. Schliesslich habe er dafür auch viel trainiert. «Ich bin sogar einmal nach Deutschland gefahren, um mit Deutschen zusammen eine solche Aufgabe als Vergleich zu lösen.» Dabei habe er auf grosse Unterstützung seines Arbeitsgebers, aber auch von Swiss Skills – der Organisation, welche das Schweizer Team in Brasilien unterstützte – zählen können.

Neben der Goldmedaille holten die Schweizer Teilnehmerinnen und Teilnehmer sieben Mal Silber, fünf Mal Bronze und 22 Diplome. Mit den insgesamt 13 Medaillen war die Schweizer Delegation immerhin die mit Abstand beste europäische Vertreterin. Letztmals war die Schweiz 2001 in Seoul nicht in den ersten drei Rängen vertreten. Damals wurde sie 8. in der Nationenwertung.

Die Konkurrenz holt auf

Die Verantwortlichen des Schweizer Teams zeigten sich trotz der durchzogenen Bilanz zufrieden mit den Leistungen.

«Wir müssen auch sehen, dass die internationale Konkurrenz zugenommen hat. Das gilt es in Zukunft zu berücksichtigen», wird Christine Davatz, Delegationsleiterin und stellvertretende Direktorin des Schweizerischen Gewerbeverbandes, in einer Mitteilung zitiert. Mittlerweile nähmen so viele Nationen am Wettbewerb teil, dass die Strukturen neu überdacht werden müssten.

1200 Teilnehmende aus aller Welt

Mit insgesamt fast 1200 Teilnehmenden aus 58 Nationen und Regionen sowie in 50 Disziplinen waren die World Skills vom 11. bis 16. August in São Paulo die grössten Berufsweltmeisterschaften, die je ausgerichtet wurden.

Die Berufsweltmeisterschaften finden alle zwei Jahre an wechselnden Austragungsorten statt. Die 44. Auflage wird in Abu Dhabi veranstaltet, 2019 werden sich die jungen Berufsleute in der russischen Wolgastadt Kasan messen.

Nachmessen in Europa

Nachmessen in Europa

In der Disziplin CNC, in der der Bündner Tizian Ulber angetreten war, wurden keine Medaille vergeben, da die hochkomplexen Messinstrumente nicht korrekt geeicht werden konnten. Die Arbeiten der Kandidaten werden nun in Europa neu vermessen, um ein faires Resultat zu garantieren.