Schweizer Unternehmen: Lohnschere öffnet sich weiter

Bei fünf Schweizer Konzernen beträgt das Verhältnis zwischen höchstem und tiefstem Lohn über 1:200. Die Lohnschere öffnet sich weiter. Rekordhalter ist Nestlé.

Die Lohnschere in Schweizer Konzernen hat sich 2013 weiter geöffnet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Gewerkschaftsdachverbands Travail Suisse.

Besonders gross ist der Unterschied zwischen dem tiefsten und dem höchsten Lohn bei Nestlé, UBS, Roche, Novartis und Lindt & Sprüngli. Bei diesen fünf Konzernen betrage das Verhältnis weiterhin über 1:200.


Travail-Suisse-Präsident Martin Flügel im Gespräch

3:18 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.06.2014

Nestlé-Chef Paul Bulcke kassierte mit rund 12 Millionen Franken rund 230 Mal mehr als der am schlechtesten bezahlte Mitarbeiter, der im vergangenen Jahr rund 52'000 Franken verdiente. Für die Studie wertete Travail Suisse Geschäftsberichte von 27 Schweizer Unternehmen aus.

Dass die Firmen bloss die gute Leistung ihrer Mitarbeiter entlöhnen würden, lässt Travail-Suisse-Präsident Martin Flügel als Argument nicht gelten: «Da gibt es keinen Zusammenhang. Es gibt Unternehmen, die arbeiten schlecht, aber die Löhne steigen trotzdem.»

Obwohl es nach der Krise um 2008 eine gewisse Stabilisierung gegeben habe, seien viele Löhne immer noch «unverschämt hoch», so Flügel.

Es zeige sich, dass die Abzockerinitiative von Thomas Minder keine Wirkung entfaltet habe, schreiben die Gewerkschafter weiter. Travail Suisse fordert deshalb trotz der jüngst an der Urne verworfenen 1:12-Initiative und der Mindestlohn-Initiative einen verbesserten Lohnschutz.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Der Lohn-Unterschied ist bei Nestlé, UBS, Roche, Novartis sowie Lindt und Sprüngli besonders gross.

    Lohnschere hat sich weiter aufgetan

    Aus Rendez-vous vom 23.6.2014

    Der Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse nahm zum zehnten Mal die Gehälter der Manager unter die Lupe und verglich sie mit den Löhnen der Angestellten. Das Resultat: Die Schere zwischen den Löhnen ganz oben und denen ganz unten hat sich im letzten Jahr weiter geöffnet.

    Denise Schmutz