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Wirtschaft Schweizer Wirtschaft wuchs stärker als erwartet

Gleich reihenweise haben in den letzten Monaten Konjunkturforscher und Wirtschaftsexperten ihre Schätzungen für das Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert. Die Lage schien sich immer mehr einzutrüben. Die Schweizer Wirtschaft aber trotzt der Krise in Europa und wächst munter weiter.

Legende: Video Überraschend gute Konjunkturdaten abspielen. Laufzeit 1:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.12.2014.

Das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) – also die Summer aller Güter und Dienstleistungen, die in der Schweiz produziert werden – ist zwischen zwischen Juli und September um 0,6 Prozent gewachsen. Dafür sind vor allem die Schweizer selbst verantwortlich. Sie haben mehr konsumiert. Auch der Warenexport legte um knapp fünf Prozent zu – nach einem Einbruch im Vorquartal.

Gesundheits- und Bauausgaben als Stütze

Bei den Exporten gab es Wachstumsimpulse in den Bereichen Chemie sowie bei Uhren und Schmuck. Insbesondere im Gesundheitsbereich gebe es eine positive Entwicklung, sagt Bruno Parnisari, Leiter Konjunktur beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

Während an anderen Orten gespart wird, gibt die Schweizer Bevölkerung für die Gesundheit offenbar immer mehr Geld aus. In anderen Bereichen habe der private Konsum stagniert, teilte das Seco weiter mit. Die Ausrüstungsinvestitionen wuchsen um 0,3 Prozent und der Bau legte um 0,8 Prozent zu.

Im ersten Quartal war das Schweizer BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent gewachsen. Im zweiten Quartal hatte es noch um 0,3 Prozent zugelegt. Die Zahlen lagen unter den Erwartungen vieler Ökonomen.

Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal erhöhte sich das BIP von Juli bis September nun aber um 1,9 Prozent – nach einem Plus von 1,6 Prozent im zweiten und von 2,5 Prozent im ersten Vierteljahr. Ökonomen hatten im Schnitt mit 0,3 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorquartal und 1,4 Prozent BIP-Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal gerechnet.

Neue Berechnungsmethode eingeführt

Das Seco hat jüngst seine BIP-Berechnungsmethode umgestellt und publiziert die Zahlen seit September auf Basis des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010 (ESVG 10). Neu gehören auch Militärinvestitionen dazu.

Die BIP-Prognosen im Überblick

Institut20142015Publiziert am:
Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco)+1,8%+2,1%18. Dezember
Schweizerische Nationalbank (SNB)+1,5%rund 2,0%11. Dezember
Credit Suisse+1,4%+1,6%10. Dezember
UBS+1,6%+1,4%10. November
Raiffeisen Bank+1,5%-02. September
Konjunkturfortschungsstelle ETH (KOF)+1,9%+1,9%17. Dezember
Economiesuisse+1,8%+1,6%01. Dezember
OECD+1,5%+1,5%25. November

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Michel, 1723 Marly
    Sie kennen Silberbronzefarbe - man nennt es auch Buurebländi!
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Da sieht man wieder einmal, was das ganze Forscher- Szenarium doch eigentlich wert ist. Nichts als warme Luft, zu CH-Preisen allerdings. Man sollte das wohl besser von Deutschen machen lassen, käme billiger, und dümmer könnt's ja auch nicht sein, Aber man durfte ja auch gar nichts Anderes sagen, sonst hätten die blöden Leute wohl noch gemeint, es würde so eigentlich reichen. Und vor so wichtigen Abstimmungen hilft nur Jammern, denn so hält man sie wenigstens bei der Stange. Made in Switzerland.
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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    In Europa wachsen die Schulden schneller als die Wirtschaft und man versucht weiterhin das Feuer mit Benzin zu löschen. Das Wirtschaftswachstum der Schweiz ist hauptsächlich auf Zuwanderung zurück zu führen und somit auch nicht nachhaltig. Die Behebung der Systemfehler wird mit der drei Affen-Strategie negiert. Im britischen Unterhaus wurde am 20. November endlich das Thema Geldschöpfung diskutiert, wann wird in der Schweiz eine ehrliche Debatte zum Wirtschafts- und Finanzsystem eröffnet..?
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