Schweizerische Nationalbank erfolgreich

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat 2012 einen Milliardengewinn erzielt. Sie profitierte von Fremdwährungen, dem steigenden Goldpreis und dem UBS-Rettungsfonds. Nationalbank Präsident Thomas Jorden ist sehr zufrienden mit der Entwicklung des Stabilisierungsfonds.

Gesamtbestand der SNB an Fremdwährungen und Gold 2012 Die Schweizer Nationalbank kauft massiv ausländische Devisen – vor allem Euro, um den Franken-Euro-Kurs zu stützen. Entsprechend ist der Gesamtbestand an Fremdwährungen deutlich angestiegen (Bestand in Milliarden Franken). Der Goldbestand ist 2012 praktisch konstant geblieben.

6,9 Milliarden Franken, so viel Gewinn machte die SNB letztes Jahr. Diesen Erfolg verdankt die Nationalbank den Fremdwährungen, deren Volumen sie massiv vergrössert hat, um den Franken zu stützen

Auch die Gewinne aus dem Gold trugen zum guten Ergebnis bei. Die Nationalbank hatte auch die Goldbestände erhöht.

900 Millionen erzielte die SNB mit dem UBS-Rettungsfonds. Die UBS hatte sich 2008 mit Ramschpapieren verspekuliert und musste gerettet werden. Nun hat sich der Finanzmarkt stabilisiert. Viele der unverkäuflichen Papiere finden wieder Abnehmer.

Nationalbankpräsident Thomas Jorden sagt dazu: «Neue Investoren sind aufgetaucht, die Interesse an diesen Papieren haben. Sie sind bereit, ein etwas höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Sie hoffen natürlich, noch Gewinn damit zu machen.»

«Die Nationalbank trägt mittlerweile noch ein Risiko von etwa fünf Milliarden Franken. Ursprünglich waren es etwa 35 Milliarden, die sie damals hütete», sagt Barbara Widmer. Sie ist SRF-Wirtschaftsredaktorin. «Die SNB rechnet noch mit zwei bis drei Jahren, bis diese Risiken vollständig abgewickelt sind.»

Verteilung der Devisenreserven Ende des 4. Quartals 2012 (Vergleich mit Vorquartal, in Prozent)

Euro49 (48)
US-Dollar28 (28)
Yen8 (9)
Pfund7 (7)

In einem ähnlichen Zeitrahmen denkt auch Jordan: «Wenn sich die Marktverhältnisse nicht verändern, gehen wir davon aus, dass die Kredite in etwa zwei Jahren komplett getilgt sein werden.» Es werden noch nicht alle Papiere aufgelöst sein, aber der Kredit ist zurückbezahlt. Die UBS kann die Papiere zurückkaufen.

Die Devisenbestände der SNB sind im Februar zum fünften Mal in Folge zurückgegangen. Die Reserven beliefen sich auf 427,7 Milliarden Franken. Sie waren damit um 1,8 Milliarden geringer als im Januar. Als Berechnungsgrundlage dienten die Standards des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die Devisengeschäfte wurden mit einem breiten Kreis von Gegenparteien im In- und Ausland abgeschlossen. Die Nationalbank akzeptiere global weit über hundert Banken als Gegenparteien. Sie decke mit diesem Beziehungsnetz den relevanten Interbankenmarkt ab, hiess es.

Trotz der Unsicherheiten wegen der Wahlen in Italien war der Euro im Februar nie an die Marke von 1,20 Franken herangekommen. Diese verteidigt die SNB mit ihren Devisenarkt-Interventionen.

Ausschüttung an Bund und Kantone

Die SNB stellt 3,6 Milliarden Franken zurück. Den Rest des Geldes von 2,4 Milliarden Franken schüttet sie aus. Davon werden je eine Milliarde Franken an Bund und Kantone überwiesen. Zusätzlich wird die jährliche Dividende ausgeschüttet.