Seco rechnet mit Wirtschaftswachstum

Die Schweizer Wirtschaft wird laut Seco im laufenden Jahr stärker wachsen als bis anhin. Die Konsumenten und die Wirtschaftsführer sind optmistischer geworden.


Wirtschaft stabil – aber keine Euphorie beim Seco.

1:01 min, aus SRF 4 News aktuell vom 18.03.2013

Die Schweizer Wirtschaft steht vor einer Wachstumsbeschleunigung. Experten des Bundes rechnen für das laufende Jahr weiterhin mit einem Anstieg des Bruttoinlandproduktes (BIP) um 1,3 Prozent. Für das kommende Jahr wird eine Beschleunigung des BIP-Wachstum auf neu 2,1 Prozent (bisher 2 Prozent) erwartet.

Die jüngsten Konjunkturumfragen signalisierten auf breiter Front eine Stimmungsaufhellung über die letzten Monate, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit. In der Industrie liessen die pessimistische Einschätzungen nach und das Konsumklima habe sich aufgehellt. Auch in den besonders unter der Eurokrise leidenden Branchen der Maschinenindustrie und des Tourismus zeigten sich erste Anzeichen einer Stabilisierung.

Angesichts einer weiterhin stabilen Inlandkonjunktur und des sich aufhellenden Ausblicks für die Exportwirtschaft stünden die Chancen für ein anziehendes Wirtschaftswachstum im Verlauf dieses und des nächsten Jahres gut, so das Seco.

Kein Anlass zu Euphorie

Die noch vor einigen Monaten virulente Gefahr, dass auch die Schweiz stärker in den konjunkturellen Abwärtssog gerate, scheint nach Einschätzung der Expertengruppe fürs Erste gebannt. Zur Euphorie bestehe gleichwohl kein Anlass, da die Erholung im Exportbereich nur zögernd voranschreiten dürfte, gibt das Seco zu bedenken.

Die Absatzmärkte in vielen EU-Ländern würden weiter schwächeln, und der Franken sei gegenüber den meisten Währungen immer noch zu hoch bewertet. Die Expertengruppe prognostiziert für das Exportwachstum eine moderate Beschleunigung von 2,6 Prozent für 2013 und 4,8 Prozent für 2014.

Positive Wachstumstreiber der Inlandnachfrage dürften weiterhin das Bevölkerungswachstum und die tiefen Zinsen sein, diese würden die Bauwirtschaft und den privaten Konsum stützen. Eine durchgreifende Erholung der Ausrüstungsinvestitionen dürfte hingegen noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Vorerst keine positive Wende auf Arbeitsmarkt

Trotz der aufgehellten Konjunkturperspektiven zeichnet sich für den Arbeitsmarkt vorerst noch keine positive Wende ab. In der Industrie könnte der Beschäftigungsabbau, der im zweiten Halbjahr 2012 einsetzte, vorerst noch anhalten, ehe nach mehreren schwierigen Jahren wieder eine Erholung einsetze.

Die Umstrukturierungen im Bankensektor dürften den Arbeitsmarkt noch weiter belasten. Insgesamt rechnet die Expertengruppe für die Arbeitslosigkeit noch bis Ende dieses Jahres mit einer Zunahme und anschliessend einer Stabilisierung. Für 2013 und 2014 wird von einer Arbeitslosenquote von jeweils 3,3 Prozent ausgegangen.

Die dauerhafte Bewältigung der Schuldenkrise im Euroraum stellt laut Seco das grösste Bedrohungspotenzial dar. Eine zentrale Herausforderung bestehe darin, trotz der tiefen Wirtschaftskrise in den südlichen Euroländern und der daraus resultierenden Risiken für die politische Stabilität, den sozialen Zusammenhalt in diesen Ländern nicht zu gefährden, heisst es in der Mitteilung.

Darüber hinaus müsse das wiedergewonnene Vertrauen der Finanzmärkte noch weiter gestärkt werden, damit die Grundlage für dauerhaftes Wachstum in der Eurozone geschaffen werde.

BIP-Prognosen für die Schweiz (Vergleich zum Vorjahr in Prozent)

Die Prognosen diverser Institute für das Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes (BIP). (Vergleich zum Vorjahr in Prozent)
20142015Publiziert
KOF ETH+1,7+1,713.06.2014
KOF Consensus+1,7+1,915.10.2014
SNBknapp +1,518.09.2014
Seco+1,8+ 2,416.10.2014
Credit Suisse+1,4+1,609.09.2014
Economiesuisse+2,3+2,002.06.2014
BAK Basel+1,4+1,915.10.2014
UBS+1,3+1,624.09.2014
IWF+1,3+1,607.10.2014
ZKB+1,8+1,522.10.2014
Raiffeisen+1,502.09.2014