Second Hand ist im Trend

In der Schweiz boomen die Läden mit alten Möbeln, Designer-Kleidern oder Spielsachen. Der Boom wird durch verschiedene Faktoren angetrieben, nicht zuletzt durch das Internet.

In der Schweiz waren vor ein paar Jahren rund zwei Dutzend Second-Hand-Läden in einem entsprechenden Führer aufgelistet. Heute sind es allein in Zürich über 100 Geschäfte, die gebrauchte Ware anbieten und mit «Vintage» oder «Retro» werben.

Eine noch unveröffentlichte Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts konstatiert: Second Hand ist vor allem bei der jungen Generation im Trend. Eine Generation, die immer mit dem Neusten aufgewachsen sei, finde «Dinge von gestern» mitunter spannender, erklärt Karin Frick, Forscherin am Gottlieb Duttweiler Institut.

Gleichzeitig gebe die Generation, die sich gebrauchte Möbel kauft und Second-Hand-Kleider trägt, damit auch ein Statement ab. Das Stichwort Nachhaltigkeit spiele eine grosse Rolle, sagt Frick weiter. Es gehe darum zu zeigen, ein rücksichtsvoller Konsument mit dem Bewusstsein für die Herkunft eines Produkts zu sein. Second Hand ist auch Lifestyle.

Ein treibender Faktor ist, gemäss Studie, aber auch das Internet. Nie war es leichter gebrauchte Ware zu verkaufen oder zu ersteigern. Online-Marktplätze boomen. Der grösste Internet-Marktplatz für gebrauchte Produkte, ricardo.ch, verkaufte im vergangenen Jahr mehr Waren, als alle anderen Internet-Anbieter. Gleichzeitig waren die Preise auch am höchsten. Second Hand ist also nicht immer gleichbedeutend mit preiswert.