Seilbahnen ziehen durchzogene Winterbilanz

Trotz hervorragender Pistenverhältnisse: Im langjährigen Vergleich fällt der Winter 2012/13 unterdurchschnittlich aus. Denn ausgerechnet an den Wochenenden machte sich die Sonne rar. Das schlägt sich negativ in den Besucherzahlen nieder.

Der Winter war länger als üblich. Und es fiel aussergewöhnlich viel Schnee. Die Gästezahlen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent und der Umsatz der Betriebe nahm um 4 Prozent zu. Dennoch zieht der Branchenverband Seilbahnen Schweiz ein gemischtes Fazit.

Das Wachstum sei aufgrund der ausserordentlich schlechten Vorjahressaison zu relativieren, sagt Ueli Stückelberger, Direktor von Seilbahnen Schweiz. «Wenn wir mit dem Fünfjahresschnitt vergleichen, sind wie immer noch leicht darunter.» Trotz der perfekten Wintersportbedingungen in den Bergen geht der zu Ende gehende Winter deshalb als unterdurchschnittlich in die Annalen der Branche ein.

Immerhin konnten tieferliegende Gebiete in den Voralpen, im Jura und sogar im Mittelland für einmal von viel Schnee profitieren. Viele der Betriebe dort liefen überdurchschnittlich lang. Und die Saison ist noch nicht in allen Gebieten beendet: In einigen höheren Gebieten laufen die Anlagen noch bis in den Mai hinein.

Sonnenmangel zur falschen Zeit

Klar negativ wirkte sich die fehlende Sonne aus, konstatiert der Verband. Längere Schönwetterperioden gab es kaum; ausgerechnet an den für die Branche sehr wichtigen Wochenenden war das Wetter fast durchgehend schlecht.

Eine kleine rote Seilbahnkabine in Les Diableretsin den Waadtländer Alpen vor grauem Himmel und drei schneebestäubten Tannenspitzen.

Bildlegende: Pisten top, Wetter flop: So präsentierten sich die Verhältnisse diesen Winter mehrheitlich an den Wochenenden. Keystone

Auf die verschiedenen Regionen bezogen wies die Zentralschweiz mit 8 Prozent das grösste Gästewachstum aus. Mit 5,3 Prozent mehr folgten die eher tiefer liegenden Waadtländer und Freiburger Alpen.

Knapp über dem Landesdurchschnitt hielten sich das Berner Oberland mit 4,9 Prozent mehr Gästen und Graubünden mit 4,8 Prozent. Im Tessin wuchs die Gästezahl um 4,5, im Wallis um 3,7 und in der Ostschweiz um 2 Prozent.