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Wirtschaft Sika-Streit: Die Juristen sind wieder am Zug

Die Erbenfamilie Burkard lässt die Beschlüsse der Generalversammlung nicht auf sich sitzen. Sie ficht wie erwartet die Beschränkung ihrer Stimmrechte bei wichtigen Traktanden beim zuständigen Friedensrichteramt an.

Urs F. Burkard sitzt an der Generalversammlung unter den Aktionären
Legende: Die Erbenfamilie um Urs F. Burkard wehrt sich gegen die Beschränkung ihrer Stimmrechte an der Generalversammlung. Keystone

Das nächste, wohl lange juristische Kapitel im Sika-Streit ist eröffnet: Mit dem Begehren am Friedensrichteramt wehrt sich die Schenker Winkler Holding (SHW) gegen diejenigen Beschlüsse der Generalversammlung, die ohne ihre Stimmkraft zustande gekommen sind. Die SWH vertritt die Anliegen der Burkards und bestätigte in einer Mitteilung vom Sonntag einen Bericht der «NZZ am Sonntag».

Aussergerichtliche Lösung suchen

Das Begehren beim Friedensrichteramt in Baar (ZG) hat laut SWH aber nur formalen Charakter. Denn die Holding habe die Sika bereits dazu aufgefordert, beidseitig auf das Verfahren zu verzichten, da dort keine Einigung zu erwarten sei.

Es sei auch im Interesse der Sika, das Verfahren zu beschleunigen und der gegenwärtigen Unsicherheit möglichst rasch ein Ende zu setzen, heisst es in der Mitteilung weiter. Kommt es nicht dazu, wird sich als nächste Gerichtsinstanz das Kantonsgericht Zug mit dem Fall befassen müssen.

Stimmrechte beschnitten

«Die Erbenfamilie Burkard hatte im Dezember beschlossen, ihren Aktienanteil an der Sika für 2,75 Mrd. Franken an die französische Konkurrenzfirma Saint-Gobain zu verkaufen. Um das Geschäft zu vollziehen, wollten die Erben an der Generalversammlung vom 14. April eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat wählen lassen.

Der Sika-Verwaltungsrat verhinderte dies allerdings, indem er zu einem juristischen Kniff griff. Er beschränkte die Stimmrechte der SWH gestützt auf eine Interpretation der Statuten bei den entscheidenden Traktanden auf 5 Prozent. Die Familienerben halten mit einem Kapitalanteil von rund 16 Prozent eigentlich eine Mehrheit von 52 Prozent der Stimmrechte.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Derksen, 3084 Wabern
    Jeder Flüchtling, der es bis nach Europa schafft, ist ein Vorbild für 10 weitere Stammesgenossen, es auch zu versuchen. Wir werden in Kürze x-Millionen unterstützungswillige Flüchtlinge in Europa haben. Die Bevölkerung ist aber latent rassistisch und die merken das zu Recht und reagieren darauf mit Agressionen, worauf sich die Bevölkerung in ihrem latenten Rassismus bestärkt. Zum Schluss haben wir Ghettos wie in den USA, South Africa oder Frnkreich mit kampfbereiten Jugendlichen. Edi. Derksen
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Das Gesetz sollte so sein, dass die Besitzerfamilie Stimmrechtsaktien als solche nutzen kann, solange Sie diese nicht verkaufen wollen. Im Moment, in dem diese Aktien verkauft werde sollen, verfallen diese für immer zu normalen Aktien. So werden die Unternehmerischen Interesse der Besitzer gewahrt und wenn die Unternehmerfamilie ihre Mitarbeiter fallen lassen wollen, dann sind die Stimmrechte dazu weg. So werden auch die Arbeiter geschützt welche den Reichtum für die Besitzer erwirtschafteten.
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  • Kommentar von Urs Heim, Zürich
    Der Wille der "Erben" das Vermächtnis der der aufbauenden Generationen endlich "verbrauchen"zu können ist ungebrochen.-es wäre schöner zu sehen das diese Damen und Herren sich statt in Egoismus zu suhlen sich zum innovativen Werkplatz Schweiz bekennen würden!
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    1. Antwort von F.Fischer, Basel
      Wichtig ist, dass wir denen keine Erbschaftssteuer aufbrumen. Zynismus ende.
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    2. Antwort von Urs Heim, Zürich
      Wenn man Steueroptimierten die sich vielfach geschickt in den Innerschweizer Gefilden vor dem Steuervogt in Sicherheit bringen eine solche Steuer verlangt ist das in keiner Weise falsch.
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