Skandal bei JP Morgan: Kollegen des «Wal von London» im Visier

Der Mann, der letztes Jahr bei der US-Bank über sechs Milliarden Dollar versenkte und als «Wal von London» für Schlagzeilen sorgte, ist aus der Schusslinie der Ermittler. Stattdessen erwägt die Polizei die Festnahme zweier Kollegen.

Konzernchef Jamie Dimon wird von Journalisten umringt.

Bildlegende: Konzernchef Jamie Dimon bereitet sich im Juni 2012 auf seine Aussage vor einem Komitee des Senats vor. Keystone/archiv

Der Londoner Händler Bruno Iksil hatte im vergangenen Jahr mit riskanten Derivate-Geschäften bei JP Morgan 6,2 Milliarden Dollar versenkt. Er ging daraufhin als «Wal von London»in die Finanzgeschichte ein.

Nun drehen sich die Untersuchungen darum, wer für die Verschleierung der Verluste verantwortlich ist. Dabei geraten laut Insiderinformationen zwei Kollegen Iksils in den Fokus: Sein damaliger Vorgesetzter Javier Martin-Artajo und der Iksil unterstellte Händler Julien Grout. Die amerikanischen Strafverfolger prüften Festnahmen und Auslieferungen.

Iksil gerät damit offenbar etwas aus der Schusslinie. Nach Auskunft von Insidern kooperiert er mit den amerikanischen Behörden und muss keine Strafe in den USA mehr fürchten.

Der Handelsskandal löste mehrere behördliche Untersuchungen und Kongressanhörungen aus. Angeblich will sich die Bank mit den Ermittlern einigen, indem sie eine Strafe zahlt und Fehler einräumt.