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Wirtschaft Skepsis trotz starker US-Wirtschaft

Die amerikanische Wirtschaft ist im Steigflug. Die Unternehmen machen wieder Gewinne, es gibt tausende neue Jobs und die Arbeitslosenquote hat sich halbiert. Doch trotz den rosigen Aussichten herrscht bei den Amerikanern noch längst keine Euphorie.

Arbeiter bauen Auto zusammen
Legende: Den Autobauern geht es gut. Sie haben 2014 sechs Prozent mehr Autos verkauft. Die Löhne der Arbeiter stiegen aber nicht. Keystone

Diese Woche erklärte Präsident Barack Obama die amerikanische Wirtschaftskrise für beendet. Alle Daten würden in die richtige Richtung deuten, sagte er in einer Rede an die Nation: robustes Wirtschaftswachstum etwa, steigende Unternehmensgewinne, tiefere Energiepreise oder weniger Arbeitslose. Doch viele Amerikanerinnen und Amerikaner bleiben skeptisch – vielleicht auch, weil vom Aufschwung nicht alle profitieren.

Diese Ansicht teilt John Tapogna, Ökonom von der Beratungsfirma Econorthwest in Oregon. Er stellt fest, dass nicht alle Regionen in den USA gleich stark vom Aufschwung profitieren. «Der Boom findet vor allem dort statt, wo die Hightech-Firmen sind, die Finanzindustrie oder das Militär respektive die Bundesregierung im Allgemeinen.»

Stagnierende Löhne sorgen für Skepsis

Die Gegend um die Hauptstadt Washington D.C. hat somit gar nie eine Krise erlebt. Im kalifornischen Silicon-Valley oder im Finanzzentrum New York läuft alles wieder rund. Auch dem Industrie- und Energie-Sektor geht es wieder gut. Das wirkt sich auch auf die Löhne aus: Sie steigen – aber nur in diesen Gegenden. «Im Rest der USA sind die Löhne in den letzten 10 Jahren gleich geblieben», sagt Tapogna.

Die stagnierenden Löhne sind der Hauptgrund für die anhaltende Skepsis der Amerikaner. Das glaubt zumindest Dean Baker vom progressiven Center for Economic Policy Research.

Neue Jobs mit schlechten Löhnen

Für die Mittelklasse sei der Lohn die wichtigste Einnahmequelle. «Das soziale Sicherheitsnetz ist nicht so eng gespannt wie in Europa. Stagnierende Löhne bedeuten, dass es viele Leute weiterhin schwer haben», sagt Baker.

Auch die sinkende Arbeitslosenquote hat keine Verbesserung gebracht. Die Quote hat sich zwar seit der Krise auf noch 5,6 Prozent halbiert, und allein im letzten Jahr entstanden drei Millionen neue Arbeitsplätze, so viele wie seit 1999 nicht mehr. Doch eine Mehrheit der neuen Stellen ist schlecht bezahlt.

Trotzdem: Die amerikanische Wirtschaft ist zurück. Bis diese Tatsache jedoch in den Köpfen und Lohntüten der Amerikaner auch wirklich ankommt, braucht es mehr als eine Rede Obamas an die Nation.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Ich glaube nicht das es Amerika wirklich gut geht und das sie im Sommer die Zinsen anheben können, ich glaube das dieses Papiergeldsystem am Ende ist und wir vor einem kompletten Neuanfang stehen. Die Weltwirtschaft wird nicht mehr wesentlich wachsen bei diesem System nur die Weltbevölkerung wächst weiter. In Wirklichkeit müssten wir mindestens auf ein Aktivgeldsystem wechseln wie dies Dr. Thomas Mayer und andere vorschlagen. Oder wir machen sogar einen Quantensprung nach vorne. Etwas ganz Neues
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    1. Antwort von Jim James, Zürich
      Wie die Währung organisiert, ist nicht wichtig. Solange Boden und Kapital in Privatbesitz bleiben wird immer von unten nach oben umverteilt.
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    2. Antwort von Rolf Künzi, Winterthur
      Ich glaube werder an eine linke noch an eine rechte Position. Privatbesitz oder Komunenbesistz, beides hat vor und Nachteile. 2% Inflation und Papiergeld(Staatssgeld) ist auf lange Sicht schädlich. 2 % Deflation und Aktivgeldsysteme(Unternehmergeld) ist auf lange Sicht auch schädlich. Ein wirklicher Quantensprung hört auf damit zu glauben eines sei besser als das andere. Besser man lernt aus den Fehlern der Geschichte. Sucht neues und nicht Feindbilder.
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  • Kommentar von Hanspeter Schwarb, Eiken
    Einem amerikanischen Kollegen habe ich letzthin gesagt ,der USA gehe es wirtschaftlich besser. Darauf hat er mich ausgelacht und korrigiert. Den Reichen und Konzernen geht es besser. Viele brauchen drei Jobs um über die Runden zu kommen. Vor dem Wal- Mart stehen Sammelbüchsen für die Mitarbeiter des Supermarkts. Derweil die Familie Walton als Besitzer immer noch die Reichste des Landes ist. Das Land ist zudem hoch verschuldet. 45000 $ pro Kopf. Im Vergleich Griechenland hat 25000 $ pro Kopf
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