SMI-Konzerne schaffen 1800 Stellen in der Schweiz

Stellenabbau und Verlagerungen ins Ausland scheinen omnipräsent. Doch die grössten 20 Schweizer Börsen-Konzerne haben im letzten Jahr hierzulande 1800 Stellen geschaffen, wie eine Umfrage der SRF-Wirtschaftsredaktion zeigt.

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SMI-Konzerne schaffen neue Stellen

2:38 min, aus Tagesschau am Mittag vom 29.3.2016

Der Basler Konzern ist der Gewinner – wenn es um das Schaffen neuer Stellen in der Schweiz geht. Der Pharma-Riese hat 2015 hierzulande 880 Stellen geschaffen und damit am meisten aller 20 Konzerne, die im Swiss Market Index SMI enthalten sind und als die grössten börsenkotierten Firmen der Schweiz gelten. «Wir haben diese Stellen an allen unseren Standorten in der Schweiz aufgebaut, und zwar in allen Bereichen», sagt Roche-Konzernsprecher Nicolas Dunant.

Neben Roche konnten 14 weitere Konzerne zulegen. Mit 705 geschaffenen Stellen im Jahr 2015 bewegt sich die Swisscom auf einem ähnlichen Niveau wie Roche. Stellen abgebaut haben dagegen nur vier der grössten 20 Schweizer SMI-Konzerne: Die UBS, Syngenta, ABB und Julius Bär – letztere allerdings nur minimal und deutlich weniger als Anfang 2015 angekündigt. Der Baustoffhersteller LafargeHolcim machte zur Stellenzahl in der Schweiz keine Angaben.

Stabilität in unsicheren Zeiten

Ingsgesamt haben die SMI-Konzerne mit dem Plus von 1800 Jobs in der Schweiz 1,2 Prozent Stellen geschaffen und damit – relativ gesehen – sogar mehr als im Ausland. Dort betrug das Stellenwachstum 0,6 Prozent und war damit halb so gross wie im Inland. Jan-Egbert Sturm, Leiter der Konjunkturforschungsstelle KOF, führt das Stellenwachstum in der Schweiz auf die politische und wirtschaftliche Stabilität in der Schweiz zurück.

«  In unsicheren Zeiten will man diesen stabilen Hafen natürlich nicht verlassen. »

Jan-Egbert Sturm
Leiter Konjunkturforschungsstelle KOF

Dies bestätigt auch Roche-Konzernsprecher Nicolas Dunant: «Der Standort Schweiz bietet sehr gute Rahmenbedingungen, vor allem ein gutes Ausbildungsniveau. Deshalb investieren wir in den nächsten Jahren vier Milliarden Franken in die Standorte Basel und Kaiseraugst.»

Getrübt wird die Situation allerdings durch einige Abbau-Ankündigungen von SMI-Konzernen in den letzten Monaten. So will etwa die Credit Suisse in der Schweiz 1600 und der Versicherungskonzern Zurich 750 Jobs abbauen, allerdings über mehrere Jahre hinweg. Und die Swisscom kündigte Anfang Februar die Streichung von 700 Stellen in diesem Jahr an. Betroffen seien vor allem administrative Bereiche.

Swisscom-Sprecher Sepp Huber jedoch betont: «Neben diesem Stellenabbau in administrativen Bereichen schaffen wir auf der anderen Seite bis zu 500 neue Stellen vor allem in den Bereichen Gesundheitswesen und Informatik.» Insgesamt resultiert so ein Abbau von rund 200 Jobs. Wobei die Vergangenheit bei mehreren Unternehmen gezeigt hat, dass am Ende die Bilanz durchaus sogar positiv sein kann – so wie auch die Gesamtbilanz der SMI-Konzerne im vergangenen Jahr.