SNB hält an Euro-Mindestkurs fest

Die Mindestkurspolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist laut Präsident Thomas Jordan weiterhin das adäquate Instrument im Kampf gegen die Frankenstärke. Der Franken bleibe trotz der Abschwächung gegenüber dem Euro seit Jahresbeginn überbewertet.

«Das Risiko einer extremen Wechselkursentwicklung besteht weiterhin, da die Budgetprobleme in der Eurozone noch nicht gelöst sind», sagte Jordan im Club Suisse de la Presse in Genf. Es bleibe abzuwarten, ob sich der Franken weiter abschwäche.

Jordan unterstrich die Bedeutung des Mindestkurses für die Eindämmung des Deflationsrisikos. Jordan rechnet für Mitte 2013 wieder mit einer Teuerung, nachdem die Preise in der Schweiz in den letzten Monaten gesunken sind. Eine Inflation hält Jordan in naher Zukunft für ausgeschlossen.

Die SNB hatte sich 2011 wegen der Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro zur Festlegung eines Mindestkurses von 1,20 Fr. gezwungen gesehen.

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SNB-Präsident Jordan besorgt über Entwicklung auf Immobilienmarkt

1:08 min, vom 12.2.2013

Sorgen bereitet der SNB weiterhin die Situation auf dem Immobilienmarkt. Die Nationalbank liebäugelt angesichts der wachsenden Gefahr einer Immobilienblase mit der Aktivierung des zusätzlichen antizyklischen Kapitalpuffers. Der Puffer sei eine Möglichkeit.

Mit dem Instrument können die Banken bei einer übermässigen Ausweitung des Kreditvolumens zum Aufbau von zusätzlichem Kapital gezwungen werden. Die SNB kann nur den Anstoss zur Aktivierung des Puffers geben. Der Entscheid liegt dann beim Bundesrat.