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Wirtschaft SNB macht 50 Milliarden Franken Verlust

Im ersten Halbjahr liegt die Schweizerische Nationalbank bereits 50 Milliarden im Minus. Das liegt vor allem an der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Für Bund und Kantone heisst das: Sie gehen 2016 möglicherweise leer aus.

Schriftzug an einer Häuserfassade.
Legende: Die Nationalbank macht grosse Verluste. Allein der Verlust bei den Fremdwährungen betrug gut 47 Milliarden. Keystone

Der Verlust ist wenig überraschend, der Betrag jedoch gewaltig: 50,1 Milliarden Franken Verlust schreibt die Schweizerische Nationalbank (SNB) im ersten Halbjahr 2015. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte die Nationalbank noch einen Gewinn von 16,1 Milliarden Franken erzielt.

Sollte sich das Ergebnis bis Ende Jahr nicht verändern, ist eine Ausschüttung an Bund und Kantone ausgeschlossen
Autor: SNB-Sprecher

In den ersten 6 Monaten dieses Jahres schlagen insbesondere die Fremdwährungspositionen negativ zu Buche. Mit ein Grund dafür sind die Kursverluste nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Das Minus betrug allein auf den Fremdwährungspositionen 47,2 Milliarden Franken.

Negativzinsen als Lichtblick

Doch auch der tiefe Goldpreis trägt zum schlechten Ergebnis bei. Auf dem Goldbestand entstand ein Bewertungsverlust von 3,2 Milliarden Franken, wie die SNB mitteilte. Im Vorjahr lag der Bewertungsgewinn noch in ähnlichem Umfang im Plus.

Legende: Video «Einschätzungen der SNB-Bilanz» abspielen. Laufzeit 2:38 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 31.07.2015.

Dagegen resultiert aus den Frankenpositionen ein Gewinn von 571 Millionen Franken. Er setzt sich im Wesentlichen aus den seit dem 22. Januar 2015 erhobenen Negativzinsen auf Girokontoguthaben sowie aus Kursgewinnen und Zinserträgen von auf den Wertschriften in Franken zusammen.

Kein Zustupf für Bund und Kantone zu erwarten

Für Bund und Kantone sieht es im Moment nicht gut aus. Die Geldspritze der SNB dürfte dieses Jahr wohl ausbleiben. Zwar wird sich erst Ende Jahr zeigen, ob eine Gewinnausschüttung geleistet werden kann. Dazu müssten aber die Verluste über das gesamte Jahr noch deutlich sinken. Denn sie dürfen nicht höher als die Ausschüttungsreserven des Vorjahres von 27,5 Milliarden Franken liegen.

«Sollte sich das Ergebnis der SNB bis Ende Jahr nicht verändern, ist eine Ausschüttung an Bund und Kantone und eine Dividende ausgeschlossen», sagte denn auch eine SNB-Sprecher.

Verlust wurde erwartet

Nach dem Frankenschock hatte die SNB bereits für das erste Quartal 2015 einen Rekordverlust von 30 Milliarden Franken verbucht. Mitte Juli waren Ökonomen der UBS und Credit Suisse von einem markanten Minus der SNB von rund 20 Milliarden Franken im zweiten Quartal ausgegangen. Dies, nachdem die Nationalbank am 15. Januar den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro aufgehoben hatte.

23 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Jede Marktmanipulation birgt enorme Risiken. Der Erstgedanke ist ja meistens eine Erleichterung gewisser Wirtschaftszweige. Doch die CH ist nicht alleine auf der Welt und steht immer in Konkurrenz mit anderen Nationen. Anleger in CHF sind wiederum an einem stabilen Kurs interessiert. Doch gegen den Markt zu spekulieren kann nicht lange gut gehen. Denn einer starker CHF hat auch Vorteile für die Gesamtwirtschaft für die CH. Wichtig ist auch Einigkeit im Vorgehen der Entscheidungsträger.
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  • Kommentar von Mary Roes, Zollikon
    Konnte man neulich nicht in den Medien lesen, Präsident Putin habe wegen des gesunkenen Goldkurses 15 Milliarden "verzockt" in Anbetracht der grossen russischen Goldvorräte? Da frage ich mich, ob es den Russen nicht besser geht mit den Goldbergen als uns mit den €-Papiergeldbergen? Gold war doch noch nie wertlos...
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  • Kommentar von Rico Meier, Flawil
    Nicht die Aufhebung sondern die Einführung des Mindestkurses war der Fehler. Die SNB Bilanz ist ein Systemrisiko für die gesamte CH. Die ganzen EUR und USD sind durch die SNB auf Pump d.h. mit Fremdkapital gekauft (Giroguthaben der Banken bei der SNB) worden. Das EK ist deutlich unter 10%. Die SNB und damit wir alle werden die Geister die wir riefen nicht mehr los. Das SNB Präsidium redet die Situation immer noch schön!
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